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Der Weg in die Selbstständigkeit ist mitunter ein langer. Beim Jetta dauerte er (ab seiner Geburt im Jahr 1979) ganze 32 Jahre. Diese Spanne fristete er eigentlich nur als Mitläufer, als Zwillingsspielart des Star-Bruders Golf. Wesentlicher Unterschied: mehr Kofferraum durch Stufenheck. Zuletzt verkauften sich vom Jetta bei uns pro Jahr gerade einmal 1000 Stück, europaweit waren es nur etwas mehr als 20.000. Ein Mauerblümchen im erfolgsverwöhnten VW-Konzern, keine Spur von Eigenständigkeit und selbstbewusstem Auftritt.
Erst mit der ab Februar erhältlichen fünften Generation dürfte der Jetta endlich die Matura, die Reifeprüfung fürs Leben schaffen. Das Design wirkt eigenständig (vielleicht bis auf die Audi-A4-Heckleuchten) und vor allem erwachsen, Armaturen und Mittelkonsole sprechen eine eigene (sehr nüchterne) Sprache und - das Wichtigste: Der Radstand ist um mehr als 7 Zentimeter gewachsen. Ein Plus, das zu hundert Prozent den Passagieren in der zweiten Reihe zugute kommt und den Jetta gleichzeitig sehr gekonnt zwischen Golf und (den gewachsenen) Passat schiebt.
Ein schlauer Schachzug ist die Beinfreiheit in Reihe zwei. Der Jetta wird in Mexiko gebaut und zielt ganz besonders auf den amerikanischen und den chinesischen limousinenverliebten Markt. Amis schätzen üppige Platzverhältnisse, und betuchte Chinesen lassen sich von allem Möglichen (sogar vom Tiguan) Langversionen bauen, damit der Besitzer hinten Platz hat, während ein Chauffeur vorne Gas gibt. In Europa schließt sich dann der Kundenkreis: Platz auf der Hinterbank freut auch Taxi-Unternehmen und Flottenbesitzer.
Bei ersten Tests präsentierte sich der neue Jetta als tadellose Einsteigerlimousine. Dass er aus einem etwas anderen Holz geschnitzt ist als der Golf, merkt man an der nicht höhenverstellbaren Mittelarmlehne und an der etwas schlichteren Auswahl der Kunststoffe. Einstiegspreis für den mit Sechsgang-Schaltung sehr flott zu fahrenden bewährten kleinen Turbo-Benziner sind 21.990 Euro. Er ist damit um 1380 Euro billiger als der Vorgänger. 660,- extra kostet das Umwelt-Paket "BlueMotion" mit Start/Stopp. Die Diesel-Modelle beginnen bei 23.930 Euro. 2012 wird vom Jetta (als zweites Modell nach dem Touareg) beginnend in den USA ein Vollhybrid mit einer Leistung von 130 PS nachgereicht.
Die Motoren
BENZINER: 1.2 TSI: Vierzylinder-Benziner mit Turbo, Hubraum 1197 ccm; max. Leistung 77 kW/105 PS bei 5000/min., max. Drehmoment 175 Nm ab 1500/min.; Beschleunigung 0- 100 km/h in 10,9 sec., Spitze 190 km/h, Gesamtverbrauch (lt. Werk): 5,7 l/100 km; CO2 134 g/km; mit "BlueMotion": 5,3 l/100 km; CO2 123 g/km.
1.4 TSI: Vierzylinder mit Kompressor und Turbolader, 1390 ccm; 118 kW/160 PS bei 5800/min., 240 Nm ab 1500/min.; 8,3 sec., 221 km/h, 6,3 l/100 km; CO2 147 g/km; ab Sommer 2011.
2.0 TSI: Vierzylinder mit Turbo, 1984 ccm; 147 kW/200 PS bei 6000/min., 280 Nm ab 1800/min.; 0 - 100 km/h in 7,5 sec., 236 km/h, 6,9 l/100 km; CO2 160 g/km; ab Sommer 2011.
DIESEL: 1.6 TDI: Vierzylinder-Diesel mit Turbo, 1598 ccm; 77 kW/105 PS bei 4400/min., 250 Nm ab 1500/min.; 11,7 sec., 190 km/h; 4,5 l/100 km; CO2 119g/km; mit "BlueMotion": 4,2 l/100 km; CO2 109 g/km.
2.0 TDI: Vierzylinder mit Turbo, 1968 ccm; 103 kW/140 PS bei 4200/min., 320 Nm ab 1750/min.; 9,5 sec., 219 km/h, 4,8 l/100 km; CO2 126 g/km.
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