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Prototyp Toyota Prius PlugIn: A Heiße undc an Strom bitte!

Die Zukunft bringt uns Autos mit Elektromotor. Aber wie schaut es in der Gegenwart aus, wenn man in der Großstadt plötzlich Strom für den Vorbild-Pkw braucht? Ein Experiment mit der Infrastruktur – und mit dem „Goldenen Wienerherz“.



Toyota Prius PlugIn Prototyp Front
Picture by Toyota

Wir waren höflich: „Entschuldigen Sie, wenn ich bei Ihnen jetzt ein Bratwürstel mit einem ,Süßen‘ und einem ,Bugl‘ bestelle und dann kurz zur Bank und einkaufen geh, darf ich dann mein Auto bei Ihnen für eine Stunde anstecken?“ Frau Christine vom Würstelstand an der Schottenbastei reagiert auf den „guten Witz“ mit Hilfsbereitschaft und Humor: „Das könnt ma schon machen, aber dann müsste ich hier drinnen den Fernseher ausstecken – oder den Kühlschrank. Und Letzteres wäre dem Chef bestimmt nicht recht.“ Also der Fernseher. Die darauf folgende Szene bringt der Würstelstandlerin jede Menge Schaulustige und auch ein bisserl mehr Kundschaft.

Erstes Experiment geglückt! Es ist nämlich gar nicht so leicht, in Wien überhaupt eine Steckdose zu finden, die nahe genug an der Straße und an einem Parkplatz liegt, um ein Auto zu laden. Im Internet gibt es eine Seite (www.stromtankstellen.net), auf der man sich eine Liste aller Elektrozapfsäulen ausdrucken kann. Darunter Fahrrad- und Mopedhändler, ein paar Tiefgaragenbetreiber, Einkaufszentren, aber auch das eine oder andere Kaffeehaus, das seinen Kunden ein Extraservice anbieten möchte. So zum Beispiel das „Einstein“ gleich neben dem Rathaus. Dort hat man tatsächlich ein Loch unten in die Eingangstür gebohrt, durch das der hilfsbereite Kellner bei Bedarf ein Verlängerungskabel bis zur Gehsteigkante fädelt. Ob das öfter vorkommt, wollen wir wissen. „Ganz ehrlich?“, sagt der Chef, Herr Kucevic, „Sie sind heuer erst der Dritte. Die anderen hatten Elektromopeds. Was ist das für ein Auto? Gibt’s das schon zu kaufen?“

Toyota Prius PlugIn Prototyp Stromanschluss
Picture by Toyota

Wir klären auf: Bei unserem Testwagen handelt es sich um einen exklusiv der „Krone“ zur Verfügung gestellten Prototyp des Toyota Prius PlugIn, ein Hybrid-Fahrzeug der nächsten Generation, das sich ganz normal mit Benzin fahren lässt, aber auch eine aufladbare Lithium-Batterie hat, mit der man bis zu 100 km/h schnell und zwanzig Kilometer weit rein elektrisch unterwegs sein kann. Als Anreiz gibt es im Cockpit eine eigene Anzeige, auf der Bäumchen in einer Blumenwiese wachsen für jede 10 Kilo CO2, die man stromernd eingespart hat. Auf unserer Wiese ist noch viel Platz für Bäumchen, deshalb machen wir uns weiter auf die Suche. Nächste Station: „Häusl am Stoan“, ein Ausflugslokal auf der Wiener Höhenstraße, das auch auf der „Stromspenderliste“ steht.

Toyota Prius PlugIn Prototyp Seite
Picture by Toyota

Zwanzig Kilometer Reichweite können sehr kurz sein, vor allem, wenn es ordentlich bergauf geht. Der Prius wird zwar bei der Abfahrt vom „Gebirge der Wiener“ wieder einiges an Energie rückgewinnen können, aber ohne die Gewissheit des Benzinmotors im Hintergrund wäre das zu unsicher. Der Chef, Herr Fitzka, kann seine bisherigen Kunden ebenfalls an einer Hand abzählen, „aber das wird schon werden“. Zurück in der Ebene nehmen wir die Donauufer-Autobahn, um dann über die Reichsbrücke zur ersten offiziellen Telefonzelle mit E-Ladestation der Telekom Austria zu fahren. 80 km/h, und das rein elektrisch. Ein schönes, vor allem auch ein sehr leises Gefühl. Bei der Telekom Austria angekommen, dann eine verbesserungswürdige Kuriosität: Die Telefon/Strom-Station spielt zwar alle Stückerln (z.B. Bezahlung per Handy-SMS), steht aber mitten im totalen Halteverbot. Ob da für Stromtanker eine Ausnahmeregel gilt? Wohl kaum.

Das Fazit von ein paar möglichst rein elektrischen Testtagen: PlugIn-Autos wie der zukünftige Toyota Prius (hoffentlich dann mit etwas mehr Strom-Reichweite) sind gerade für umweltbewusste Privatkunden ein gutes Konzept in der jahrelangen Übergangszeit. Es ist zwar noch recht mühsam, ständig nach Steckdosen suchen und fragen zu müssen, aber durch das Fragen wird auch ein steigender Bedarf offensichtlich. Schöner Nebeneffekt: Wer seinen Kunden bereits Ladestrom (für Kosten von wenigen Cent) zur Verfügung stellt, demonstriert nicht nur Vorbildwirkung, er macht damit auch geschickt Werbung. – Und für das ständige Auf- und Abrollen der (schnell schmutzigen) Ladekabel wird sich hoffentlich auch noch eine praktische Lösung finden.


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© Ein Testbericht von Pkwtest Online-Magazin (10-12-19) – Feedback und Anfragen bitte an tubbs(at)pkwtest.com