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Porsche Panamera Iceforce: Schneewalzer in Finnland

Porsche bietet in Finnland und im Salzburgischen Lungau Wintertrainingslager auf Eis an. Ein besonderes Tanzvergnügen...



Porsche Iceforce Finnland
Picture by Porsche

Deutlich zu schnell ist dieser Panamera Turbo mit seinen 500 PS trotz Allrad und Vier-Millimeter-Spikes unterwegs. Was die Situation noch brenzliger macht: Der Fahrer hat in seinem Übermut die Stabilitätskontrolle deaktiviert. Der viersitzige Porsche sticht in die Kurve. Das Heck bricht bei knapp 100 km/h aus. Mit schreckgeweiteten Augen greift der Beifahrer nach dem Haltegriff und weiß im selben Moment: Es wird nichts nützen. Wenn das Fahrzeug jetzt in die nahende Wand kracht, dann ist er als Erster dran

Die Wand ist aus Schnee, der Fahrer ein Profi, und der nervöse Beifahrer bin ich. Alle vier Räder drehen auf dem blanken Eis durch, aber der Panamera schiebt sich wie selbstverständlich in einem gepflegten Driftwinkel durch die Kurve, ohne die Schneewand auch nur anzukratzen. Na dann: alles Walzer!

Im Selbstversuch klappt die Sache aber leider anfangs nicht annähernd so gut. Die Praxis bestätigt die erlernte Theorie: Ein Allrad hält lange souverän die Spur dank guter Traktion. Wenn's dann aber sogar ihm zu viel wird, dann muss der Lenker blitzschnell und präzise reagieren, sonst schlittert man beim Schneewalzer im 4x4-Takt unbarmherzig und unkontrollierbar vom Parkett.

Auch bei der Porsche-Iceforce in Finnland muss ein Päuschen drinnen sein...
Picture by T. MickePorsche

Leichter – weil berechenbarer – ist da der heckgetriebene Panamera S mit 400 PS. Ohne Stabilitätskontrolle (mit PSM ist alles im grünen Bereich, aber auch ein bisserl fad) muss man zwar langsamer in die Kurven gehen als beim Allradler, dafür ist der Heckausbruch früher erkennbar, und man kann besser durch Gegenlenken darauf reagieren. Das Rezept mit Suchtfaktor: Gefühlvolles Gas bringt in der Rutschphase das Heck nach vorne, was den perfekten Drift erst ermöglicht.

Nach einigen Übungsrunden - bei Fehlschlägen wird man ganz nobel von einem Abschlepp-Cayenne wieder aus der Wächte gelupft - gelingt auch das Tänzchen auf dem Eissee. Bei finnisch-milden -20 Grad kommt man dabei im Cockpit dennoch ins Schwitzen. Im 4x4-Panamera sind übrigens die "Tanzschuhe" zum Teil aus Österreich: Das Vorderachs-Differential ist aus bewährter Grazer Schule.

Porsche betreibt drei Fahrer-Lehrgänge auf Eis und Schnee für (potenzielle) Kunden. Einen davon im Lungau (Salzburg), die anderen beiden auf zugefrorenen Seen im verschneiten Finnland nördlich des Polarkreises (in Ivalo und Rovaniemi) bei zweistelligen Minusgraden.

Porsche Panameras Rücken kann entzücken (Ivalo)
Picture by T. Micke

Das Lungau-Training findet immer Anfang des Jahres statt, kostet dzt. 2020 Euro (inkl. zwei Tage Verpflegung). Teilnahme mit eigenem Porsche oder Mietauto.

Die Trainingslager in Finnland ("Iceforce"-Training) sind viertägig mit Vollverpflegung und den aktuellen Porsche-Modellen vor Ort. Trotz des nicht gerade schlanken Preises von dzt. 5290 Euro (inkl. Flug ab München) sind diese Kurse ebenfalls sehr schnell ausgebucht.

Nähere Infos zur Porsche Sport Drivingschool gibt es im Internet unter: www.porsche.de/sportdrivingschool


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© Ein Testbericht von Pkwtest Online-Magazin (16-02-10) – Feedback und Anfragen bitte an tubbs(at)pkwtest.com