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Was für ein schöner Anblick! Porsche traut sich beim neuen 911er des Jahrgangs 2004 einen gelungen Retro-Sprung zurück zum alten Design: Wie beim Ur-911 von 1963 sind Scheinwerfer und Blinker wieder getrennt, sodass das gute alte Porsche-Gesicht zum Vorschein kommt.
Die Designer, die übrigens diesmal auch bei den Motoren ihre Finger im Spiel hatten, haben sich mit feiner Klinge sogar noch eine Nuance mehr getraut: Jetzt sitzt die Scheinwerfer-Waschanlage in einem auffälligen kleinen Chromknopf vor dem Rundglas, was auf Entfernung so aussieht wie die dicke Schraube, die einst mit 356 (dem 911-Vorgänger) und dem uralten VW-Käfer das Glas gehalten hat. Hübsch!
Ansonsten erkennt man das neue Geschoss am leichtesten an der gespaltenen Seitenspiegel-Halterung und – mit gutem Auge – an einer entschlossen geraderen Linienführung an der Flanke und entlang der Türen.
Der neue 911 kommt mit dem gewohnten und bewährten (abermals überarbeiteten) 3.6-Liter Boxer-Aggregat, das jetzt 325 PS leistet (und sogar 0,1 Liter weniger Sprit schluckt als der Vorgänger) und mit einem neuen 3.8-Liter-Motor, der sich auf den ersten Blick vor allem durch drei Millimeter mehr Zylinderbohrung vom kleinen Bruder unterscheidet.
Im Detail hat man freilich viel am Antrieb getüftelt: Eine verbesserte Wasserkühlung der Zylinderköpfe hat die Klopfneigung reduziert, wodurch man die Verdichtung auf eindrucksvolle 11,8 erhöhen konnte.
Beeindruckend ist auch das Thema "Porsche-Sound": Nicht einmal die Rolling Stones beschäftigen für ihre Mega-Auftritte so viele Akustik-Experten: Ganze 50 (!) beschäftigt Porsche, 18 davon sind allein mit der Verbesserung des Motor-Sound mit Hilfe einer Soundkamera, die Klangquellen optisch anzeigt (siehe unten), in der legendären Sportwagen-Schmiede im Schwaben-Ländle beschäftigt. Was denen so alles einfällt, zeigt eindrucksvoll der neue 911er, der am 17. Juli mit neuem Sechs-Gang-Getriebe und zwei Motor-Varianten in Europa präsentiert wird.
An der Unterseite des Luftfilters wurden drei Membranen aus der Lautsprecher-Technik eingesetzt, die den kraftvollen Ansaug-Sound mehr zur Geltung bringen. Auf beiden Seiten des Boxer-Motorblocks wurde über je drei Zylindern eine Sound-Falle angebracht: Im Wesentlichen ein taschenbuchgroßes grobes Sieb mit Löchern in speziellem Abstand, das Schwingungen, die von hängengebliebenen Luftmolekülen im Zylinderblock stammen und am Metall Geräusche erzeugen, einfängt und verstummen lässt.
Schließlich wurde noch speziell in den Luftfilter des 3.8-Liter-Aggregats ein steuerbarer Resonator eingebaut, der, je nach Drehzahl, den satten Porsche-Sound voll oder in bestimmten Frequenzbereichen etwas gedämpft brüllen lässt.
Wenn sich das neue 355-PS-Monster so gut fährt, wie es klingt, heißts Ohren anlegen...
Die Preise: Der Carrera wird 93.100 Euro kosten, der Carrera S 104.090 Euro (Tiptronic-Aufpreis: ca. 3500 Euro)
Porsches Akustikkamera
"Mit den Augen hören" können Porsches Sound-Ingenieure jetzt dank einer genialen Erfindung, die ursprünglich in einem Berliner Institut zur Erforschung menschlicher Nervenbahnen entwickelt wurde. Mithilfe eines Rings mit 35 Mikrofonen, einer Videokamera und hochkomplizierter Software, lässt sich eine Lärmquelle innerhalb des gefilmten Bildes punktgenau markieren. Wie beim Wetterbericht erscheint ein "Lärm-Hoch" rötlich eingefärbt, während lärmarme Bereiche blau schimmern. Nähere Infos unter www.acoustic-camera.com
Die Motoren
3.6 Carrera: 6 Zylinder Boxer-Motor, neu entwickelte 6-Gang-Schaltung oder 6-Stufen-Tiptronik, 3596 ccm, 239 kW/325 PS bei 6800/min, 370 Nm bei 4250/min, 0-100 km/h in 5,0 sec, Höchstgeschwindigkeit 285 km/h, Verbrauch städtisch/außerstädtisch/gesamt: 16,1/8,1/11,0 Liter.
3.8 Carrera S: 6 Zylinder Boxer-Motor, neu entwickelte 6-Gang-Schaltung oder 6-Stufen-Tiptronik, 3824 ccm, 261 kW/355 PS bei 6600/min, 400 Nm bei 4600/min, 0-100 km/h in 4,8 sec, Höchstgeschwindigkeit 293 km/h, Verbrauch städtisch/außerstädtisch/gesamt: 17,1/8,4/11,5 Liter.
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