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Porsche 911 GT3: Konzertmeister

Das perfekte automobile Bindeglied zwischen Straße und Rennstrecke im Test auf der Nürburgring-Nordschleife in den Händen von Rallye-Altmeister Walter Röhrl



Porsche 911 GT3 (997 Serie) Front
Foto: Porsche

Die Porsche-Techniker haben sich für den neuen GT3, das Bindeglied zwischen Straßenauto und Renngerät, wieder etwas neues einfallen lassen: Der Klang, den jeder der 6 Zylinder im Abgastakt erzeugt wird erstmals in einer gemeinsamen Kammer zusammengeführt. Und diese röhrende Akustik, der durch die neu entwickelte dreistufige Resonanzsauganlage im GT3 erzeugt wird, "ist" – so Rallye-Großmeister Walter Röhrl – "ganz was besonderes. Das klingt nicht ordinär, das ist einfach nur schön..."

Porsche 911 GT3 (997 Serie) Cockpit
Foto: Porsche

Andächtig lauschen wir dem Konzertmeister an seinem Instrument vom piano im Leerlauf über das crescendo, das aufregende forte wenn bei 5400/min die erste Resonanzklappe öffnet bis zum haarsträubenden fortissimo bei 6350/min, das die zweite Resonanzklappe auslöst. Und dabei ist er noch nicht einmal losgefahren.

In 7:42 Minuten bewältigt Röhrl mit dem neuen GT3 die berüchtigte Nordschleife des Nürburgrings: 8 Sekunden schneller als mit dem GT3-Vorgänger, und das sagt eigentlich schon alles über die Arbeit der Porsche-Ingenieure. Stärkerer Motor, größere Bremsen, neu entwickelte Reifen, bessere Aerodynamik und jede Menge Gewichtseinsparungen. All das, sagt Walter Röhrl, macht den GT3 noch sportlicher. Vor allem, wenn man die Keramikbremsen (10.352 Euro in Österreich) und das Sportpaket (Schalensitze mit Sechs-Punkt-Gurten, Überrollbügel inkl. Feuerlöscher um 5586 Euro in Österreich) dazu nimmt. Bequemer und weniger kompromisslos im Gesamtbild ist Porsches Vermittler zwischen Straße und Rennstrecke (GT Serie) allerdings auch geworden. Klimaanlage und Traktionskontrolle sind jetzt serienmäßig. Röhrl: "Für mich ist des nix, auch mit dem Stabilitätsprogramm, so gut es ist. Wer so ein Renngerät kauft, sollte auch etwas Eigenverantwortung tragen." Der Wagen ist trotz aller Hightech-Abspeckmaßnahmen mit Alu-Motorhaube und Titan-Pleuel dadurch 15 Kilo schwerer als der Vorgänger. Aber da 95 Prozent der erlauchten Kunden (40 Prozent dieser Autos gehen in die USA, wo man ja bekanntlich so richtig Gasgeben kann...) bei besagtem Vorgänger die optionale Klimaanlage bestellt haben, ist sie nun eben bei den geplanten 900 Stück gleich mit an Bord. Und im Armaturenbrett vor dem Beifahrer scheppern beim Öffnen der ersten Resonanzklappe wie aus Protest die Becherhalter unseres Testwagen...

Den österreichischen GT3-Fans scheint's egal zu sein: 17 der für heuer in Österreich erhältlichen Fahrzeuge sind schon verkauft (Stückpreis 131.800 Euro in Österreich). Der Verkaufsstart für die restlichen drei ist Anfang Juli...

Weiters serienmäßig: aktives, von hart auf super-hart verstellbares Fahrwerk (PASM), 6 Airbags, CD-Radio, Alcantara-Leder, kurzes Sechsgang-Schaltgetriebe mit Hochschaltanzeige bei Erreichen der Höchstdrehzahl von 8400/min.


Porsche 911 GT3 (997 Serie) Heck
Foto: Porsche
Der Motor
6-Zylinder Boxermotor wassergekühlt mit Trockensumpf-Schmierung für den Renneinsatz, 4 Ventile pro Zylinder mit variablen Steuerzeiten, sequentielle Multipoint-Einspritzung, 3600 ccm, 305 kW/415 PS bei 7600/min, 405 Nm bei 5500/min, 310 km/h, 0 bis 100 km/h in 4,3 sec., 0 - 200 km/h in 13,5 sec., cw-Wert 0,29, Verbrauch städtisch/außerstädtisch/gesamt: 20,0/9,0/13,0 Liter auf 100 km; 98 Oktan Super Plus.


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© Ein Testbericht von Pkwtest Online-Magazin (04-04-06) – Feedback und Anfragen bitte an tubbs(at)pkwtest.com