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Es kann eigentlich nur daran liegen, dass den Autofirmen langsam die wohlklingenden normalen Kunstwort-Kreationen ausgehen. So kommt man dann auf Ceed oder Tiida und bald vielleicht auch auf Puunto und Goolf. Auf den Punkt gebracht: Der Name ist schon das auffälligst an Nissans neuem C-Segment-Hoffnungsträger (ehrlicher O-Ton aus dem Nissan-Prospekt: ...bewusster Verzicht auf optische Spielereien...).
Nahtlos fügt sich der Tiida ins Stadtgewurl ein, schürt weder Aggressionen noch sonstige Gefühle und schlägt sich auch überland und auf der Autobahn ganz passabel. Wo man allerdings in schnellen Kurven über Asphaltschwellen das Lenkrad gut im Griff haben sollte. Denn die quittiert der Tiida mit leichten Versetzern.
Nicht der große Wurf ist die Materialauswahl speziell von Mittelkonsole, Knöpfen und Hebeln (Sitzverstellung). Wenn man dafür beim Griff zum Handbremshebel die unschönen Hartplastik-Schweißnähte in den Fingern hat und aus dem Tiida-Katalog zitieren kann: Wie wenn man ein wertvolles Möbelstück berührt..., dann ist das fast schon Kabarett.
Absolut fein ist hingegen das Platzangebot im Tiida: Hoher Sitzkomfort (wenn die Vordersitze im Schulterbereich besser geformt wären) und eine mit einem Handgriff längs verschiebbare (asymmetrisch umklappbare) Rückbank, die den Kofferraum auf bis zu 425 Liter erweitert.
Mehr als reichlich auch die Serienausstattung der getesteten Version tekna: u.a. 6 Airbags, zwei ISOFIX-Verankerungen, Klimaautomatik mit Pollenfilter, Teil-Lederausstattung, CD-Wechsler, Tempomat, Lenkradfernbedienung, Regensensor und sogar Handy-Freisprecheinrichtung und Schiebedach.
Als Extras u.a.: Topline-Paket mit Xenonlicht, Sitzheizung und Leder. Nicht erhältlich ist eine Traktionskontrolle.
Zum Preis- und Klassenvergleich: VW Golf Rabbit (80 PS Benziner ohne Extras außer CD-Radio und Klimaanlage) derzeit ab 17.790 Euro.
Praxis im Nissan Tiida 1.6 tekna
Motor/Antrieb (Note 3)
Plus: Für eine Basismotorisierung (?!)ist der getestete 110-PS-Benziner mehr als ausreichend, auch bei vollbesetztem Fahrzeug.
Minus: Durch Fünfganggetriebe ist der Lärmpegel bei Autobahntempo hoch.
Komfort (Note 3)
Plus: Überkomplette Serienausstattung in der Version tekna (inkl. Freisprecheinrichtung);
Minus: Vordersitze unbequem; Materialauswahl eher billig; hohe Ladekante im Kofferraum.
Fahrverhalten (Note 3)
Plus: Eher komfortabel abgestimmtes Fahrzeug
Minus: Fahrwerk nicht sonderlich gut; Lenkung gibt in schnellen Kurven Schläge weiter; Schaltung etwas hakelig; C-Säule (beim Rückwärtseinparken) sehr breit.
Platz/Variabilität (Note 1)
Plus: Reichlich Kopf- und Beinfreiheit vorne und hinten. Gute Beinauflage auch in zweiter Reihe; Rückbank sehr variabel (Rückenlehnen verstellbar)
Minus: Keine ebene Ladefläche möglich.
Messwerte (Note 2)
Topspeed: 186 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 11,1 Sekunden. Testverbrauch: 8,5 Liter auf 100 km. Preis: 21.490 Euro; Test-Version mit Extras: 23.454 Euro (inkl. aller Abgaben in Österreich)
Daten ab Werk
Motor
Vierzylinder in Reihe; Hubraum 1598 ccm; max. Leistung 81 kW/110 PS bei 6000/min., max. Drehmoment 153 Nm bei 4400/min.; Verdichtung 10,7:1.
Kraftübertragung
Vorderradantrieb; Fünfgang-Schaltgetriebe; Knüppelschaltung.
Fahrwerk und Karosserie
Kompakter Fünftürer; selbsttragende Karosserie; vorne Federbeine, Dreiecksquerlenker, hinten Verbundlenkerachse; vorn und hinten Scheibenbremsen, Schraubenfedern, Kurvenstabilisator; ABS mit EBD, ESP, Handfeststellbremse auf die Hinterräder; Reifen 195/65 R 15, Felgen 5.5 J.
Abmessungen und Gewicht
Länge/Breite/Höhe in mm: 4305/1695/1535; Eigengewicht: ab 1278 kg; Wendekreis: 10,4 Meter; Tankinhalt: 52 Liter.
Verbrauch
auf 100 km (laut Werk): städtisch 8,9, überland 5,7, gesamt 6,9 Liter.
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