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Nissan Murano: Achtung, bissiger Hai!

Einer für alle, aber mit stufen- und kompromisslosem Fahrvergnügen



Nissan Murano SUV Front
Foto: Nissan

Der Murano ist auf der Straße ein echter Hingucker, wobei die markante, Haifisch-Optik von Außen einen erstaunlich schlanken Fuß macht. Von Innen wirkt der SUV/Geländewagen-Mischling vor allem beim Rangieren deutlich bulliger und massiver, sodass die eingebaute Rückfahr-Kamera, die sich in der in der Heckklappe einschaltet, sobald der Retourgang eingelegt wird, durchaus nützlich ist. Die Innen-Optik ist aufgeräumt, nobel und nüchtern mit gebürstetem Alu um die Schaltkulisse, die Cockpit-Armaturen erinnern ein wenig an ältere Krieg-der-Sterne-Abenteuer.

Bullig ist auch das 3,5 Liter große Sechs-Zylinder-Aggregat, das aus dem 350Z-Sportwagen entliehen wurde und gemeinsam mit dem stufenlosen Automatik-Getriebe CVT ein kompromisslos bissiges Antreten von 0 auf 100 km/h ermöglicht.

Nissan Murano SUV Heck
Foto: Nissan

Das Allradsystem arbeitet grundsätzlich mit Vorderradantrieb und legt bei Bedarf (also bei kräftigem Gasgeben oder rutschigem Untergrund) bis zu 50 Prozent der Kraft auf die Hinterräder um.

Konzipiert für den US-Markt wird der Murano aber bei uns trotz des (bis auf die Fahrwerksabstimmung) gelungenen Auftretens eher ein Minderheiten-Programm bleiben. Das merkt man schon allein daran, dass er hierzulande nur in einer einzigen Ausstattungsversion um 51.000 Euro zu haben ist, die elektrisch einstellbare Ledersitze, Sechsfach-CD-Wechsler mit hervorragendem Bose-Soundsystem, ein elektrisches Schiebedach, Bi-Xenon-Scheinwerfer, 18-Zoll-Räder und Navigationssystem mit Vogelperspektive (Birdview) beinhaltet.

Gar nicht erhältlich sind Bordcomputer (keine Verbrauchsanzeige!) und gut zu einem solchen Luxusgefährt passende Extras wie Regen- und Lichtsensor.


Nissan Murano SUV Cockpit
Foto: T. Micke
Praxis im Nissan Murano

Motor/Antrieb (Note 2)
Plus: 234 PS aus 6 Zylindern sind auch bei 1,8 Tonnen Lebendgewicht eine äußerst spritzige, kraftvolle Kombination, vor allem in Verbindung mit dem sehr gelungenen stufenlosen Automatikgetriebe (CVT).
Minus: Ebenso mächtig wie der Motor ist leider auch sein Verbrauch, der in der Stadt auch über 18 Liter klettern kann.

Komfort (Note 2)
Plus: Bequeme Sitze, gute Verarbeitung, praktisches Griffsystem im Kofferraum zum Umklappen der Rückbank, tolles Audiosystem, höhenverstellbare Gurte (für Kinder) im Fond.
Minus: Auto ist für US-Markt konzipiert, weshalb das Fahrwerk weich ist. Straßenunebenheiten lassen den Wagen zittern, keine Verbrauchsanzeige. Die Mittelkonsole klappt seitlich auf und ist daher vom Beifahrersitz aus schwer erreichbar. Das tolle Hifi-System mit CD-Wechsler funktioniert leider nur bei eingeschalteter Zündung.

Fahrverhalten (Note 3)
Plus: Wenig Windgeräusche bei flottem Tempo. Fahrzeug-Auslegung ermöglicht sehr entspanntes Autobahn-Gleiten.
Minus: Abstimmung ist nicht optimal für schlechtere und kurvige Straßen. Unebenheiten sind sehr stark im Lenkrad spürbar. Hintere Räder neigen zum Poltern und in Kurven zu leichten Versetzern bei Schlaglöchern.

Platz/Variabilität (Note 1)
Plus: Reichlich Platz auch für fünf Erwachsene, viel Kniefreiheit, Kofferraum von 438 bis 1965 Liter, ausreichend Ablagen (hinten könnten mehr sein) und ein abschließbares Fach in der Mittelkonsole, in das problemlos sogar ein Laptop passt.
Minus: Kopffreiheit für Fahrer und Beifahrer könnte bei einem so großen Auto besser sein.

Messwerte (Note 2)
Topspeed: 200 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 8,9 Sekunden. Testverbrauch: 13,8 Liter auf 100 km. Preis (es gibt nur eine Ausstattungsvariante des Nissan Murano): 51.000 Euro (inkl. aller Abgaben); Metallic-Lackierung: 696 Euro

Daten ab Werk

Motor
Sechs Zylinder in V 60 Grad, 3498 ccm, 172 kW/234 PS bei 6000/min, 318 Nm bei 3600/min, vier Ventile pro Zylinder, 2x2 obenliegende Nockenwellen, vierfach gelagerte Kurbelwellen, Leichtmetall-Zylinderköpfe und -block.

Karosserie
Station Wagon, fünf Türen, fünf Plätze; leer 1865 Kilogramm, maximal zulässiges Gesamtgewicht 2380 Kilogramm.

Kraftübertragung
Allradantrieb mit zentraler Differentialsperre, ESP, stufenlos variables Automatik-Getriebe CVT.

Fahrgestell
selbsttragende Karosserie; vorne und hinten Einzelradaufhängung mit Hilfsrahmen, vorne McPherson-Federbeine mit Querstabilisator und Querlenker; hinten Multilink-Aufhängung; vorne und hinten Ripple Control-Stoßdämpfer.

Fahrwerk
Vierrad-Scheibenbremsen (vorne belüftet), ABS mit EBD; Fußfeststellbremse auf Hinterräder; Zahnstangenlenkung mit Servo, Treibstofftank 82 Liter, Reifen 225/65 R 18, Felgen 7.5 J.

Abmessungen
Radstand 2825 mm, Länge 4770 mm, Breite 1880 mm, Höhe 1745 mm, Bodenfreiheit 180 mm, 12 Meter Wendekreis.

Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 17,2, außerstädtisch 9,5, gesamt 12,3 Liter (mindestens 95 Oktan).

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© Ein Testbericht von Pkwtest Online-Magazin (19-04-05) – Feedback und Anfragen bitte an tubbs(at)pkwtest.com