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"Jööö!" ist so ungefähr das Erste, was man unterwegs mit dem neuen Nissan Micra zu hören bekommt. Fehlt nur noch: "Ist der aber lieb! Wie heißt er denn?" – Beim Versuch, den Kleinsten zum Zugpferd im Programm zu machen, hat sich Nissan designmäßig was getraut, aber das Ergebnis scheint zu überzeugen. Nicht nur optisch tritt der Micra sehr selbstbewusst auf, sondern auch in Bewegung: laufruhig auch auf der Autobahn, gut abgestimmt und in der Testversion (1.2 Acenta mit 80 PS) fast ein Zwergsportler.
Eindeutig punkten kann der Stadtflitzer mit seinem Raumangebot, vor allem die Kopffreiheit ist überwältigend wie im alten VW Käfer. Praktisch auch die mit einem Handgriff längs verschiebbare (teilbare) Rücksitzbank, mit der man blitzschnell und stufenlos zwischen mehr Mineralwasserkisten und mehr Platz für die Fondpassagiere entscheiden kann.
Gewöhnungsbedürftig ist das "schlüssellose Schlüsselsystem" (gegen Aufpreis), bei dem man die Funkeinheit nur noch bei sich zu tragen braucht. Wenn man's eilig hat, ärgert man sich gelegentlich, warum das Auto nur enervierend piepst (Lenkradsperre!?), statt einfach zu verriegeln. Ansonsten hat der Kleine mit dem bewussten Japanflair und sehr kompletter Ausstattung das Zeug zum Bestseller.
Praxis im Nissan Micra
Motor/Antrieb (Note 2)
Plus: 80 PS (Testversion) ergeben ausreichend Power für einen kleinen Großstadtflitzer trotz mehr als 1000 Kilo Kampfgewicht.
Minus: Im oberen Drehzahlbereich schwillt der Lärmpegel leider hornissenartig an.
Komfort (Note 2)
Plus: Front- und Seitenairbag, Klimaanlage, Bordcomputer, Radio-CD-Spieler mit sechs Lautsprechern und Lenkrad-Fernbedienung und ein Geheimfach unterm Beifahrersitz.
Minus: Der Seitenhalt bei den Vordersitzen ist etwas schwach.
Fahrverhalten (Note 1)
Plus: Gut abgestimmtes 5-Gang-Getriebe. Bis auf den lauten Motor wird das Fahrgefühl eines Großen vermittelt, da der kleinbe dank des großen Radstands (2432mm) auch bei höherem Tempo gut liegt, angenehm enger Wenderadius für die City.
Minus: ESP gegen Aufpreis.
Platz/Variabilität (Note 1)
Plus: Viel Platz für Fahrer mit Hut! Dank längs verschiebbarer Rücksitzbank können große (Bei-)Fahrer und Fondpassagiere bei Bedarf Richtung Kofferraum ausweichen.
Minus: Durch die längs verschiebbare Rücksitzbank sinkt natürlich das Ladevolumen.
Messwerte (Note 2)
Topspeed: 167 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 13,9 Sekunden. Testverbrauch: 6,2 Liter auf 100 km. Preis: 14.800 Euro (inkl. aller Abgaben)
Mitbewerber (Note 2)
VW Polo, Ford Fiesta, Mini Cooper, Lancia Ypsilon. Der überkomplette Micra liegt preislich etwa im unteren Drittel.
Daten ab Werk
Karosserie
Fünf Türen, fünf Sitze, Leergewicht 1035 kg, effektive Zuladung 440 kg, zulässiges Gesamtgewicht 1475 kg.
Motor
Reihen-Vierzylinder-Benzinmotor, 4 Ventile pro Zylinder, zwei obenliegende Nockenwellen, 1240 ccm, 59 kW/80 PS bei 5200/min, 110 Nm bei 3600/min.
Kraftübertragung
auf die Vorderräder, Fünfgang-Schaltgetriebe.
Fahrgestell
selbsttragende Karosserie mit Hilfsrahmen; vorne Federbeine, Dreiecksquerlenker, Kurvenstabilisator; hinten Verbundlenkerachse, Schraubenfedern, vorn und hinten Teleskopdämpfer.
Fahrwerk
vorne belüftete Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen; ABS, EBD (elektronische Bremskraftverteilung) serienmäßig; Handbremse auf Hinterräder; Zahnstangenlenkung mit elektrischem Servo, Treibstofftank 46 Liter, Reifen 175/60 R15, Felgen 5.5 J.
Abmessungen und Gewichte
Radstand 2430 mm, Länge 3715 mm, Breite 1660 mm, Höhe 1540 mm, ab 940 kg, maximal zulässig 1430 kg, 9,2 Meter Wendekreis.
Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 7,4, außerstädtisch 5,1, gesamt 5,9 Liter. 95 Oktan.
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