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"Juke" - das tönt so vertraut, klingt nach Spaß und Musik. Man muss aber im Englischen ganz schön recherchieren, um herauszubekommen, welchen Namen Nissan da seinem neuen trendigen Mikro-SUV verpasst hat.
Juke ist US-Football-Slang und bezeichnet einen Feldspieler, der sich mit einer Körpertäuschung an einem Gegner vorbeischwindelt. Was das mit einen Auto zu tun hat, bleibt unklar. Bestenfalls noch, dass die junge urbane Kundschaft ihren eigenen Weg durchs Leben geht und alle Hindernisse umschifft, eben mit dem Juke von Nissan.
Trotzdem passt der Namenklang sehr gut zum extrem auffälligen und während unserer Testfahrt oft fotografierten Design. Ein Auto für Junge: sportlich, muskulös, ungewöhnlich. Mit zwei Worten: super gelungen. Optisch. Ein bisserl enttäuschend ist die Abstimmung des Fahrwerks, das ursprünglich auf dem Micra aufbaut und auch in Note und Cube in adaptierter, gestreckter Form genützt wird. Neben übertriebener Dämpferhärte ist die Hinterachse bei Unebenheiten sehr unruhig, poltert und versetzt unter Kurvenbelastung und bringt das ESP sehr früh zum Arbeiten. Das mag an der Verlängerung und Erhöhung liegen, ist aber schade bei einem Trendflitzer, den es immerhin auch mit sportlichen 190 PS zu kaufen gibt.
Die getestete 117-PS-Version werkt brav, gibt in drei Fahrmodi die Möglichkeit, das Ansprechverhalten des Gaspedals und die Leistung der Klimaanlage zu verändern und soll auf diese Weise Spritsparen helfen - was sich in der Praxis nicht wirklich sonderlich bemerkbar macht.
Technisch interessant ist eine Neuheit, die Nissan erstmals im Juke (danach auch im Qashqai) verwendet: Man hat eine spezielle, um ca. 45 Euro teurere Batterie verbaut, die höhere Spannung liefert und so in der Lage ist, die Lichtmaschine zu entlasten, was wiederum den Verbrauch ein wenig senkt. Beim Nachkauf später kann auch eine normale Autobatterie verwendet werden, dann ist allerdings auch der Spareffekt weg.
Im Inneren des Juke dominiert sauber verarbeitetes Hartplastik. Aus der eher schlichten Einrichtung sticht eine wirklich gelungene Antirutsch-Ablage hervor. Die Kofferraumabdeckung wirkt wie eine Notlösung, weil sie auch den Blick nach hinten einengt. Die Seitenspiegel sind dafür schön groß, was bei den massiven, unübersichtlichen Hecksäulen kein Fehler ist.
In der getesteten Top-Ausstattung "Tekna" serienmäßig u. a.: sechs Airbags, ABS und ESP, Regensensor, Klimaautomatik, CD-Radio mit Bluetooth, Navi, Rückfahrkamera u. v. m.
Absolut sinnlos, aber ganz lustig: ein Untermenü, das die auf den Fahrer wirkenden G-Kräfte misst und anzeigt. Vielleicht braucht man das ja zum "Juken"
Praxis im Nissan Juke 1.6 Tekna
Motor/Antrieb (Note 3)
Plus: Unauffälliger Benziner, dessen 117 PS Leistung nur im Sportmodus (verschärftes Gas-Ansprechverhalten) spritzig wirken.
Minus: Hakeliges, wenig elegantes Fünfgang-Schaltgetriebe; schwache Praxis-Verbrauchswerte für so ein Leichtgewicht.
Komfort (Note 3)
Plus: Sportliche Sitze mit feinem Seitenhalt; gut funktionierendes Schlüssellos-System (in Topversion); dreistufiges Fahrprogramm.
Minus: Navi und Bluetooth-Telefon behindern sich gegenseitig; sehr harte Dämpfung; keine Innenbeleuchtung hinten.
Fahrverhalten (Note 3)
Plus: Gute Rückmeldung von Straße; leicht erhöhte Sitzposition für mehr Übersicht; feiner Geradeauslauf (trotz kurzem Radstand) bei hohem Tempo.
Minus: Ein sechster Gang fehlt; kein Start/Stopp-System; Fahrwerk könnte besser sein.
Platz/Variabilität (Note 3)
Plus: Der Juke sieht größer aus, als er ist; trotzdem bequemes Sitzen dank hoher Dachkante auch in der zweiten Reihe; reichlich Ablagen vorne.
Minus: Sehr hohe Ladekante; kleiner Kofferraum mit großen Unterboden; schlichtes Umklappsystem.
Messwerte (Note 2)
Topspeed: 178 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 11,0 Sekunden. Testverbrauch: 8,4 Liter auf 100 km. Preis: ab 21.350 Euro; Test-Version mit den Extras Lederausstattung und Metallic-Lack: 23.230 Euro (inkl. aller Abgaben in Österreich)
Daten ab Werk
Motor
Vierzylinder-Reihenmotor, Hubraum 1598 ccm; max. Leistung 86 kW/117 PS bei 6000/min., max. Drehmoment 158 Nm bei 4000/min; Verdichtung 10,7:1; CO2: 147 g/km.
Kraftübertragung
auf die Vorderräder; 5-Gang-Schaltgetriebe; Knüppelschaltung.
Fahrwerk und Karosserie
fünftüriger Compact-Crossover auf Basis des Nissan Micra; selbsttragende Karosserie mit Hilfsrahmen, vorne Federbeine, Querlenker, hinten Verbundlenkerachse, v. u. hi. Schraubenfedern, Kurvenstabilisator; ABS und ESP, v. u. hi. Scheibenbremsen, Handfeststellbremse auf die Hinterräder; Reifen 215/55 R 17; Felgen 7.0 J.
Abmessungen und Gewicht
Länge/Breite/Höhe in mm: 4135/1765/1565; Eigengewicht: ab 1100 kg; Wendekreis: 10,7 Meter; Tankinhalt: 46 Liter.
Verbrauch
auf 100 km (laut Werk) städtisch/überland/gesamt: 8,1/5,3/6,3 Liter; 95 Oktan.
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