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Nissan Cube: Kleiner Exzentriker

Das Unikum, das bisher nur Japan kannte, erfrischt nun auch Europas Straßenbild.



Nissan Cube 1.6 CVT Automatik Front
Picture by Nissan

Wenn sich die Designer trauen (dürfen), gibt es immer wieder ein paar originelle Gefährte auf dem Markt. Die erste Generation des Fiat Multipla war so ein unvergessliches Original. Nissans Cube (der Name ist würfeliges Programm) hat ebenfalls das Zeug dazu. Hatte der Ur-Multipla optisch etwas von einem Grindwal, so stand für die Cube-Front möglicherweise eine Bulldogge Modell. Auch dieser kleine Exzentriker, den es bisher nur in Japan zu kaufen gab, wird die Lager in Verachter und Liebhaber spalten. Die Vorzüge in Kürze: Vor allem Fahrer und Beifahrer profitieren von beispielloser Kopffreiheit. Das allein hebt bereits die Laune und fühlt sich "anders" an. Und: Der Wagen ist an allen Ecken und Kanten richtig schön übersichtlich und berechenbar.

Die Nachteile: Nissans Auto-Architekten haben leider irgendwie beim Innenleben gehudelt. Hier fehlt (trotz fetter Extras-Liste) die Genauigkeit im Detail. Die Anmutung ist (bis hin zum fummeligen Stofffetzen als Kofferraumabdeckung) wenig hochwertig, und die bestenfalls mittelmäßige Lösung im Kofferraumbereich trotz verschiebbarer Rückbank macht den Cube - entgegen der geräumigen Optik - nicht unbedingt zum praktischen Stauraumwunder.

Nissan Cube 1.6 CVT Automatik Cockpit
Picture by Nissan

Zugegeben: Die Leute schauen, wie sonst nur bei Supersportwagen oder Eigenbau-Marken. Aber den Lenker stören leider kleine Details: Das Auto beginnt schon wild zu piepsen, wenn man nur die Fahrertür öffnet (nicht sehr fein, wenn in der zweiten Reihe der Junior endlich eingeschlafen ist); die Beinauflage hinten ist schwach, und die weichen Vordersitze im durchaus beabsichtigten Sofa-Look wirken nicht sehr langstreckentauglich. Das, was der Cube an starker, designerischer Lockerheit (z.B. die seitlich öffnende Hecktüre, das vom Lichteinfall her variierbare Panorama-Glasdach mit japanischer Reispapier-Optik) verspricht, das fehlt ihm leider innen ein wenig an praktischen Lösungen (siehe auch: Plus/Minus). Zudem liegt die Preislatte eher so, dass die Cube-Fangemeinde exklusiv bleiben dürfte.

Serienmäßig im Nissan Cube u. a.: sechs Airbags, ABS, ESP, Nebelscheinwerfer, Bord-PC, Tempomat, Klima, CD-Radio mit Bluetooth, Panorama-Glasdach.

Als Extras in den Paketen "Zen", "Iki" und "Kaado" u. a.: Regen- und Lichtsensor, Rückfahrkamera, schlüsselloses System, Navi sowie Alufelgen.


Nissan Cube 1.6 CVT Automatik Heck
Picture by Nissan
Praxis im Nissan Cube 1.6 CVT-Automatik

Motor/Antrieb (Note 2,5)
Plus: Unauffälliger Benziner mit durchschnittlicher Kraftentfaltung und durchschnittlichem Verbrauch.
Minus: Motor ist in Verbindung mit stufenloser Automatik wegen hoher Drehzahl relativ laut. Der CO2-Ausstoß könnte bei einem Micro-Van besser sein.

Komfort (Note 2)
Plus: Durch die beinahe senkrechten Scheiben ergibt sich ein sehr angenehmes Raumgefühl.
Minus: Bord-PC nicht verfügbar, wenn Tempomat eingeschaltet ist; Navi (als Extra) rechnet sehr langsam; Piepserei bei offener Fahrertür nervt.

Fahrverhalten (Note 2,5)
Plus: Senkrechte Flächen machen den Cube sehr übersichtlich, besonders beim Rangieren im Stadtverkehr.
Minus: Auto ist durch den kurzen Radstand (wie Nissan Note) und die steilen Angriffsflächen windanfällig bei Autobahntempo.

Platz/Variabilität (Note 2)
Plus: Sehr feine Kopffreiheit in beiden Reihen; Rückbank (allerdings nur als Ganzes) längs verschiebbar.
Minus: Nur die Lehnen der Rückbank sind umlegbar, daher große Ladestufe bei Transporten; seitlich öffnende Hecktür in engen Parklücken unpraktisch.

Messwerte (Note 2)
Topspeed: 170 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 12,4 Sekunden. Testverbrauch: 6,3 Liter auf 100 km. Preis: 20.755 Euro; Testauto mit Extras wie Regensensor, Navi, Rückfahrkamera und Metallic-Lack: EUR 23.619,- (inkl. aller Abgaben in Österreich).

Daten ab Werk

Motor
Vierzylinder-Reihenmotor quer eingebaut, Hubraum 1598 ccm; maximale Leistung 81 kW/110 PS bei 6000/min., maximales Drehmoment 153 Nm bei 4400/min; Verdichtung 10,7:1; CO2: 159 g/km.

Kraftübertragung
auf die Vorderräder; stufenloses Automatik-Getriebe (CVT); Knüppelschaltung.

Fahrwerk und Karosserie
fünftüriger Microvan; selbsttragende Karosserie mit vorderem Hilfsrahmen, vorne Federbeine, Dreiecksquerlenker, hinten Verbundlenkerachse, vorn und hinten Schraubenfedern, Kurvenstabilisator; ABS mit EBD, ESP, vorne Scheiben-, hinten Trommelbremsen, Handfeststellbremse auf die Hinterräder; Reifen 195/55 R 16, Felgen 6.0 J.

Abmessungen und Gewicht
Länge/Breite/Höhe in mm: 3890/1695/1670; Eigengewicht: ab 1325 kg; Wendekreis: 10,2 Meter; Tankinhalt: 52 Liter.

Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 8,8, außerstädtisch 5,9, gesamt 7,0 Liter; 95 Oktan.

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© Ein Testbericht von Pkwtest Online-Magazin (08-06-10) – Feedback und Anfragen bitte an tubbs(at)pkwtest.com