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Mitsubishi Outlander 2.0 DI-D Instyle: Rallye unterm Rockerl

Auf dem zukünftigen Fahrwerk des Evo 10 mit langen, automobilen Beinen und deutschem Herzen unterwegs.



Mitsubishi Outlander Front
Foto: Mitsubishi

Ganz böse Zungen sagen: Der neue Outlander hat mit seinem Vorgänger zum Glück nichts gemeinsam. Tatsache ist, dass Mitsubishi mit seiner zweiten SUV-Generation ein preislich sehr attraktives Straßen-Fahrzeug in der Liga der großen Brummer gelungen ist, das zudem noch durch die Allrad-Kompetenz der japanischen Rallye-Schmiede glänzt: Vorderradantrieb, der via Wähldrehknopf in variablen Allradantrieb und im Ernstfall auf eine gesperrte Kraftverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse umgestellt werden kann. Zudem trägt der Outlander bereits das Fahrwerk des künftigen Serienrennboliden Lancer Evo 10 "unterm Rockerl", das auch bei langbeinigem Aufbau erstaunlich souveränes Kurvenverhalten an den Tag legt.

Der Dieselantrieb (inkl. Russpartikelfilter) mit 140 PS ist von Volkswagen zugekauft, schwächelt leider ein wenig beim Anfahren, macht seine Sache aber ansonsten gut, auch wenn der Verbrauch in der Praxis nicht wirklich bescheiden ausfällt.

Mitsubishi Outlander Cockpit
Foto: Mitsubishi

Gut gefallen hat die Mechanik für die zweite und die aus dem Boden herausklappbare dritte (Not-)Sitzreihe: Reihe 2 klappt sich gleich vollständig aus dem Weg, wenn man ganz nach hinten zusteigen möchte. Und – wenn man die Schlaufenzieherei einmal heraußen hat – ist auch die 3. Reihe kein kompliziertes Faltorigami mehr. Zudem lässt sich die Stoßstange zur ebenen Ladefläche ausklappen, sodass die Kofferraumklappen sich wie Ober- und Unterlippe öffnen, was in Wahrheit die bessere Lösung ist, als (wie bei manch einem Konkurrenzprodukt) doppelte Böden einzuziehen.

Wirklich lästig fiel im Testwagen nur das schlüssellose Zustiegssystem auf, das beim Öffnen der Fahrertür manchmal gar nicht reagierte und dafür auf Knopfdruck beleidigt die Ohren (Außenspiegel) einklappte.

Serienmäßig in der getesteten überkompletten (dafür nicht erweiterbaren) Top-Version Instyle u.a.: 8 Airbags, ABS, TCS und ESP, Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfer, Tempomat, beheizbare Ledersitze, Schiebedach, kühlbares Handschuhfach, Bluetooth-Freisprecheinrichtung fürs Handy, CD-Radio-Soundsystem mit 9 Lautsprechern, 18-Zoll-Alufelgen.

Als einziges Extra (wie beim Testfahrzeug): Metallic-Lack um 500 Euro.


Mitsubishi Outlander Heck
Foto: Mitsubishi
Praxis im Mitsubishi Outlander 2.0 DI-D "Instyle"

Motor/Antrieb (Note 2)
Plus: Solides Diesel-Triebwerk (von VW zugekauft) mit ausreichend Kraft in (fast) allen Lagen.
Minus: Motor kommt aus dem Drehzahl-Keller (beim Anfahren) nicht gerade leicht in Schwung.

Komfort (Note 3)
Plus: Viele Ablagen und Fächer; feine Sitze; Zustieg in 3. Reihe gut gelöst.
Minus: Schlüsselloses Zustiegssystem spinnt gelegentlich; Hartplastikarmatur wirkt billig; eher hoher Lärmpegel bei Autobahntempo.

Fahrverhalten (Note 1)
Plus: Sehr gelungene Fahrwerksabstimmung für einen SUV (nickt wenig bei Lastwechseln, nicht zu weich ausgelegt); angenehm neutrale Lenkung.
Minus: Erster Gang könnte kürzer ausgelegt sein.

Platz/Variabilität (Note 2)
Plus: Reichlich Platz in 1. und 2. Reihe; ausgeklügelte Sitz-Mechanik für 2. und 3. Reihe; Kofferraumsystem gut
Minus: 3. Reihe für Erwachsene nur in Hockstellung, zudem ist die Sitzfläche dort schlecht gepolstert.

Messwerte (Note 1)
Topspeed: 187 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 10,8 Sekunden. Testverbrauch: 9,3 Liter auf 100 km. Preis (getestete Topversion Instyle): 37.200 Euro (inkl. aller Abgaben in Österreich)

Daten ab Werk

Motor
Reihen-Vierzylinder mit Turbolader und Intercooler; Hubraum 1968 ccm; max. Leistung 103 kW/140 PS bei 4000/min., max. Drehmoment 310 Nm bei 1750/min.; Direkteinspritzung; Verdichtung 18:1.

Kraftübertragung
auf die Vorderräder; variabler Allradantrieb zuschaltbar; zentrales Differential sperrbar; Sechsgang-Schaltgetriebe, Knüppelschaltung.

Fahrwerk und Karosserie
SUV mit zuschaltbarem Allradantrieb; selbst tragende Karosserie mit Hilfsrahmen; vorne Federbeine, Dreieicksquerlenker; hinten Längslenker, doppelte Querlenker, vorn und hinten Kurvenstabilisator, Schraubenfedern; Vierrad-Scheibenbremsen (vorne belüftet), ABS, Stabilitäts- und Traktionskontrolle, EBD, Handbremse auf die Hinterräder; Reifen 215/70 R 16, Felgen 6.5 J.

Abmessungen und Gewicht
Länge/Breite/Höhe in mm: 4640/1800/1720; Eigengewicht: ab 1650 kg, Wendekreis: 10,6 Meter; Tankinhalt: 60 Liter.

Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 8,7, außerstädtisch 5,7, gesamt 6,7 Liter. Diesel.

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© Ein Testbericht von Pkwtest Online-Magazin (15-05-07) – Feedback und Anfragen bitte an tubbs(at)pkwtest.com