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Endlich, Mitsubishis neue Evo 10 ist da! Leider darf man in Österreich aber keine fortlaufende Nummer mehr hinter die Bezeichnung "Lancer Evolution" setzen (in Japan und in England schon). Das wollen die Marketingstrategen nicht, weil das ist kindisch und pubertär, und überhaupt wollen sie den Evo nicht mehr in einem Atemzug mit dem Subaru Impreza WRX genannt hören, denn diese Liga, dieser ewige Wettstreit um einzelne PS und Zehntelsekunden ist seit heuer auf einmal zu billig. So wurde das bei der Autovorstellung zwar nicht wörtlich gesagt, aber es klang genau so. Jetzt, mit dem neuen schnittigen "Bosnigl-Design", das die Straßenversion der WRC-Rallye-Ikone durchaus eleganter werden lässt, würde man lieber in die Nähe des BMW M3 und des Audi S4 gerückt werden. Gegen diese beiden könnte man dann auch den neuen Preis von circa 55.000 Euro leichter vertreten (der Evo 9 lag bei ca. 48.000 Euro). Ach ja, und auch das schöne knallige Rot müsste einem seriöserem, weinfarbenen weichen. Schluss mit den Bubenträumerein, Burschen, werdet endlich erwachsen!
Trotzdem wurden aber aus der Vorserie in Windeseile ein paar Evos herausgeholt und vor der Tokio-Motorshow den japanischen Edeltunern zur Verfügung gestellt, damit all der teure "Need-for-speed"-Schnickschnack auch rechtzeitig fertig wird...
Im Gegensatz zu den Werbe- und Marketingleuten vollführt das Auto selbst aber keinen solchen Eiertanz. Das hat es nicht nötig. Außer, dass es wegen all dem neuen, vernetzten Traktions-Hightech um üppige 100 Kilo schwerer ist als der Vorgänger, ist es ein sehr gelungener Wurf, der auch dank weniger Billig-Hartplastik im Innenraum die Distanz zum Impreza von alleine schaffen sollte. Man will neue Kunden begeistern. Und da das schon mit dem feschen, neuen Normalo-Lancer gelingen wird, dürften sich auch vom Aushängeschild der Marke in Österreich mehr als nur die bisher üblichen 50 Stück pro Jahr verkaufen lassen.
Erstmals gibt es den Lancer Evolution mit einem zeitgemäßen 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (SST) mit Schaltwippen am Lenkrad, das in drei verschiedenen Automatik-Einstellungen den Spagat zwischen Stadtbetrieb und Rennstrecke schafft. Selbstverständlich mit an Bord: Das verrückt klingende, aber umso wirkungsvollere Stabilitätssystem, das im Grenzebereich die kurvenäußeren Räder beschleunigt, statt zu bremsen. Erstaunlich: In der abgespeckten 5-Gang-Version ist der Renner mit seinen 295 PS beim Beschleunigen um fast eine Sekunde schneller von 0 auf 100 km/h.
Bei ersten Testfahrten vermittelte dieses SST-Getriebe allerdings in Verbindung mit der sehr direkten Lenkung auf abgesperrter Strecke vor allem reichlich Fahrspaß, egal ob man der Elektronik das Drehzahlhalten zwischen 4500/min und 7000/min (im Supersport-Modus) überließ oder selbst "wippte". An das vom Riesen-Heckspoiler geteilte Bild im Rückspiegel kann man sich gewöhnen. Zudem sorgen Recaro-Schalensitze, im Kofferraum verbaute Batterie und Spritzwasserbehälter (zulasten des Ladevolumens) für Rennwagen-Flair. Das Rockford-Soundsystem, Navi-Luxus und Klimaautomatik halten in der Topversion dagegen. Dafür sind die Schminkspiegel nicht beleuchtet...
Bei Österreichs Händlern zu bestaunen und dann eventuell auch zu kaufen ist der Evo 10 - pardon - der neue Lancer Evolution ab Ende August 2008.
Der Motor
4 Zylinder in Reihe, vier Ventile pro Zylinder, Turbolader mit Intercooler, 1998 ccm, 217 kW/295 PS bei 6500/min, 366 Nm bei 3500/min, 0 - 100 km/h in 6,3 sec. mit 6-Gang-SST-Schaltung (5,4 sec. mit 5-Gang-Schaltgetriebe), 242 km/h, Treibstoffverbrauch städtisch/außerstädtisch/gesamt: 13,9/8,5/10,5 Liter (98 Oktan)
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