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Man unterschätzt ihn. Einerseits in punkto Passagier-Platzangebot, aber auch wenn es ums Einparken und Rangieren dieses Raumschiffs namens Grandis geht. Dabei ist er gar nicht mal so unübersichtlich, nur mit seinen 4,77 Meter und 11,6 Meter Wenderadius eben doch ein Riese mit schlanker, recht sportlicher Optik.
Auch wenn das Diesel-Spenderherz von Volkswagen verblüffend gut für zügige Antritte sorgt, als Sportstourer, wie man bei Mitsubishi meint, würde man ihn deshalb aber trotzdem nicht gleich sehen. Dafür ist das Fahrwerk doch etwas weich und die Seitenneigung in Kurven zu stark. Eher ist der Grandis mit seinen drei Sitzreihen eine wirklich wohltuende optische Alternative zu den massentauglichen Einheits-Sharans und -Galaxys auf dem Markt. Leider ist die Armaturenlandschaft im Vergleich zur Außenoptik eher bieder. Und dass die dritte Sitzreihe zwar vollversenkbar, allerdings die zweite nur weit nach vorne verschoben werden kann (im Testauto wollte die Mechanik nicht so richtig), ist ein kleines Minus-Stricherl aus Sicht der Häuslbauer.
In der getesteten "mittleren" Ausstattungsvariante serienmäßig: 6 Airbags, ISOFIX-Verankerungen in zweiter Reihe, ABS, Stabilitäts- und Traktionskontrolle, Klimaautomatik vorne und hinten, Tempomat, Lederlenkrad, getönte Fond-Scheiben, CD-Radio.
Praxis im Mitsubishi Grandis 2.0 DI-D
Motor/Antrieb (Note 2)
Plus: Das Selbstzünder-Aggregat bringt das schwere Bröckerl (1710 Kilo) auch dank gut abgestimmter 6-Gang-Schaltung ziemlich flott auf Touren.
Minus: Etwas antrittsfaul im Drehzahl-Keller. Motor ist im Innenraum recht laut.
Komfort (Note 3)
Plus: Separate Bedienung der Klimaautomatik im Fond, angenehm großer Einstiegsbereich sowie reichlich Ablagen in zweiter Reihe.
Minus: Schwache Beinauflage bei Sitzen in Reihe zwei und drei. Materialauswahl und Anmutung könnte ansprechender sein.
Fahrverhalten (Note 2)
Plus: Neutrales Fahrwerk, was für einen so großen Van nicht selbstverständlich ist.
Minus: Neigt allerdings doch bei Lastwechseln zu Nicken und zum Neigen in die Kurve. Lenkung vermittelt wenig Kontakt zur Straße.
Platz/Variabilität (Note 2)
Plus: Erstaunlich viel Platz auch bei ausgeklappter dritter Reihe, den Knieraum muss man sich aber zwischen Reihe zwei und drei aufteilen. Sehr gute Kopffreiheit.
Minus: In zweiter Reihe ist hinterm Fahrer kein Raum für Füße unterm Sitz. Zweite Sitzreihe nicht versenkbar.
Messwerte (Note 1)
Topspeed: 195 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 10,8 Sekunden. Testverbrauch: 7,5 Liter auf 100 km. Preis (Grandis 2.0 DI-D Intense): 32.990 Euro (inkl. aller Abgaben)
Daten ab Werk
Motor
Reihen-Vierzylinder mit Turbolader und Ladeluftkühler, 1968 ccm, 100 kW/136 PS bei 4000/min, 310 Nm bei 1750/min, vier Ventile pro Zylinder, zwei obenliegende Nockenwellen, Leichtmetall-Zylinderkopf und -Motorblock.
Kraftübertragung
auf die Vorderräder, 6-Gang-Schaltgetriebe
Fahrgestell
selbsttragende Karosserie mit Hilfsrahmen; vorne Federbeine und Dreiecksquerlenker; hinten Schräglenker, Schraubenfedern vorne und hinten Schraubenfedern, Teleskopdämpfer.
Fahrwerk
Vierrad-Scheibenbremsen, ABS mit elektron. Bremskraftverteilung, ESP; Handbremse auf Hinterräder; Zahnstangenlenkung mit Servo, Treibstofftank 65 Liter, Reifen 215/60 R 16, Felgen 6.5 J.
Abmessungen und Gewichte
Radstand 2830 mm, Länge 4765 mm, Breite 1795 mm, Höhe 1655 mm, ab 1710 kg, 11,6 Meter Wendekreis.
Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 8,4, außerstädtisch 5,6, gesamt 6,6 Liter. Diesel.
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