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Seit mehr als 50 Jahren ist die S-Klasse Aushängeschild von Mercedes: In der neuen Version wahlweise 5,07 oder 5,20 m lang und 1,87 m breit noch einmal 1,6 cm breiter also, als der Vorgänger. Und während sich viele Normal-Verbraucher fragen, wozu man in Sparzeiten wie diesen einen in der Topversion (S 600) über zwei Tonnen schweren Super-Luxus-Pkw braucht, der 517 PS mobilisiert, um seine Masse mit sehr viel eindrucksvollem High-Tech aber mehr als 14 Liter Sprit-Verbrauch durch die Gegend zu wuchten, kontern Stuttgarts Techniker mit den Pionierleistungen, die man in Sachen Sicherheit auf den Markt gebracht hat: Knautschzone, Airbag, ABS, ESP, Bremsassistent Mercedes hatte sie als erstes und eben anfangs oft als Extra in den abgehobenen Top-Modellen. Heute ist all das in Mittelklassewagen Standard.
So wird vielleicht auch das neue Nachtsichtgerät mit aufwändiger Infrarot-Technik aus dem Militärbereich, das auch "kalte Objekte" im Dunkeln sichtbar macht, nicht lange Edel-Extra um mehr als 2000 Euro bleiben.
Dass der neue S sich gut für Nachtschwärmer eignet, zeigen auch die feinen Frontsitze, die sich fast komplett flach legen lassen mit einer Kopfstütze, die wie im Flugzeug dem schlummernden Beifahrer Seitenhalt bietet.
Gelungen ist der Bordcomputer mit Wählrad in der Mittelkonsole: Man hat sich überlegt, bei welchen Funktionen im Bereich Sitzverstellung, Belüftung und CD-Radio schneller Zugriff mit eigenem Schalter gewünscht wird und bei welchen die Bedienung über das Hauptsystem genügt. Auch die Luftfederung wurde eindrucksvoll weiter verfeinert und mit dem ungewohnt facettenreichen Außendesign hat man es geschafft, dass der Riese nicht klobig wirkt. Allerdings hätte man sich beim Frontgesicht der neuen S-Klasse vielleicht etwas mehr Einfallsreichtum gewünscht. Die Scheinwerfer sehen aus, wie vom Ford Fokus kopiert. Und dass man die Schnauze nicht mit anderen Marken verwechselt, verdanken die Designer wohl einzig dem Mercedes-Kühlergrill.
Die kürzere S-Klasse-Version bietet leider trotz mehr als 5 Meter Länge den Fond-Passagieren nicht gerade üppigen Knieraum. Und bei der Rückbank würde man sich doch mittlerweile vom klassisch konservativen Platzhirsch ein paar Verstellmöglichkeiten zumindest der Rückenlehne wünschen. Denn Umlegen kann man die zweite Reihe der S-Klasse nach wie vor nicht. Dafür gibt es Sachen Kopffreiheit im Gegensatz zu manchem Konkurrenzprodukt auch hinten nichts auszusetzen.
Ab sofort erhältlich: S 350 (mit 272 PS ab 84.200 Euro in Österreich, 70.760 Euro in Deutschland) und S 500 (mit 388 PS ab 108.436 Euro in Österreich, 89.668 Euro in Deutschland). Ab Jänner 2006 beim Händler: S 320 Diesel (mit 235 PS ab ca. 84.000 Euro in Österreich, 70.000 Euro in Deutschland) und S 600 (mit 517 PS).
Die Motoren
BENZINER: S 350: V6 Zylinder, 3498 ccm, 200 kW/272 PS bei 6000/min, 350 Nm bei 2400/min, 0 - 100 km/h in 7,3 sec, 250 km/h (abgeregelt), Verbrauch städtisch/außerstädtisch/gesamt: 14,5/7,7/10,1 Liter
S 500: V8 Zylinder, 5461 ccm, 285 kW/388 PS bei 6000/min, 530 Nm bei 2800/min, 0 - 100 km/h in 5,4 sec, 250 km/h (abgeregelt), Verbrauch städtisch/außerstädtisch/gesamt: 17,4/8,5/11,7 Liter
S 600: V12 Zylinder (mit 5-Gang-Automatik wegen des extrem hohen Dreh-Moments!), 5514 ccm, 380 kW/517 PS bei 5000/min, 830 Nm bei 1900/min, 0 - 100 km/h in 4,6 sec, 250 km/h (abgeregelt), Verbrauch im Schnitt 14,3 Liter
DIESEL: S 320 CDI: V6 Zylinder Common Rail, 2987 ccm, 173 kW/235 PS, 540 Nm bei 1600/min, 0 - 100 km/h in 7,5 sec, 250 km/h (abgeregelt), Verbrauch im Schnitt 8,3 Liter
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