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Das Erste, was zwei Bekannte beim Anblick des Mazda 6 Sportcombi unabhängig von einander ausriefen, war: "Na, servas!"
Worauf sich das bezogen hat, ist schnell erklärt: Eigentlich handelt es sich beim "6er" um Mazdas Mittelklasse-Limousine bzw. (in unserem Test) um den Kombi. Äußerlich kommt er allerdings mit seinen aggressiven Sehschlitzen so breit und bullig daher, als ginge es darum, neben Alltagsaufgaben auch noch die 24 Stunden von Le Mans zu erledigen. Sehr sportlich eben. So sportlich, dass sich der eine oder andere vielleicht etwas mehr Eleganz oder so etwas wie "souveräne Friedlichkeit" wünscht.
Was das Äußere andeutet (kompromisslose Wucht), setzt sich nämlich innen nicht unbedingt fort. Abgesehen von der bissig-orange-blauen Instrumentenbeleuchtung kommt der Sportcombi GTA seinem Chauffeur eher handzahm und wohlerzogen entgegen: Ein solide hochdrehender, nicht auffällig sportlicher Dieselmotor hier, gute, aber nicht überragende Fahrwerkseigenschaften dort. Saubere Lenkung, feine Sitze. Wenn man mit dem äußerlichen "Overstatement" zurechtkommt einfach eine gute Wahl.
Nette Details: Die Überkopf-Anzeige, die verrät, ob eines der (drei) Kinder in der zweiten Reihe sich gerade vom Gurt befreit hat. Die zwei leicht erreichbaren Griffe im Kofferraum, mit denen sich die (zweigeteilte) Rückbank umlegen lässt.
Weniger gelungen: Bei der (umständlichen) Bordanzeige muss man sich zwischen Spritverbrauch und Uhrzeit entscheiden. Durch die tiefgezogene Frontschürze setzt man bei Garageneinfahrten sehr leicht auf. Und die Federn des Kofferraumdeckels schienen im Testauto mit dem Gewicht der Klappe überfordert.
Sehr eindrucksvoll (bei dem Preis) ist die Serienausstattung des Mazda 6 Sportcombi CD140 GTA: 6 Airbags, ABS, Stabilitäts- und Traktionskontrolle, Bi-Xenon-Licht, Nebelscheinwerfer, Regensensor, Lederausstattung, Klimaautomatik, 6-fach-CD-Wechsler mit Bose-Soundsystem u. v. m.
Einziges Extra in diesem Ausstattungswunschkonzert des Testfahrzeugs: Metallic-Lack um 498 Euro.
Praxis im Mazda 6 Sportcombi CD140 GTA
Motor/Antrieb (Note 2)
Plus: Kultiviertes, durchzugsstarkes Triebwerk mit akzeptablen Verbrauchswerten auch dank lang übersetztem sechstem Gang.
Minus: Beim Gasgeben ist der Dieselmotor im Innenraum kaum zu überhören.
Komfort (Note 2)
Plus: Überkomplette Serienausstattung; tolles Soundsystem; gute Materialauswahl und Verarbeitung.
Minus: Bordcomputer-Bedienung umständlich; Radiobedienung unübersichtlich; kein Komfortblinker.
Fahrverhalten (Note 2)
Plus: Sehr präzise, eher leichtgängige Lenkung; gute Lärmdämmung.
Minus: Feder-Dämpfer-Abstimmung könnte besser sein; bei einem Sportcombi würde man etwas mehr Sportlichkeit erwarten.
Platz/Variabilität (Note 2)
Plus: Kofferraumvolumen bis 1351 Liter; Rückbank mit einem Handgriff (geteilt) umlegbar; reichlich Kopfraum und Beinfreiheit.
Minus: In der hinteren Reihe keine Ablagen (z. B. in den Türen oder unter Sitz).
Messwerte (Note 2)
Topspeed: 198 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 10,9 Sekunden. Testverbrauch: 7,9 Liter auf 100 km. Preis: 31.230 Euro; Test-Version mit Extras: 31.728 Euro (inkl. aller Abgaben in Österreich)
Daten ab Werk
Motor
Vierzylinder in Reihe mit Common-Rail-System, Turbolader und Intercooler; Hubraum 1998 ccm; max. Leistung 103 kW/140 PS bei 3500/min., max. Drehmoment 330 Nm bei 2000/min.; Verdichtung 16,7:1.
Kraftübertragung
Vorderradantrieb; Sechsgang-Schaltgetriebe; Knüppelschaltung.
Fahrwerk und Karosserie
Stationwagon mit fünf Türen; selbsttragende Ganzstahl-Karosserie; vorne Federbeine mit Zweirohr-Stossdämpfern und Dreiecksquerlenker, hinten Mehrlenkerachse, Einzelradaufhängung am Längslenker; vorn und hinten Scheibenbremsen; ABS, Traktionskontrolle und DSC, Handfeststellbremse auf die Hinterräder; Reifen 225/45 R 18, Felgen 6 J.
Abmessungen und Gewicht
Länge/Breite/Höhe in mm: 4765/1795/1490; Eigengewicht: ab 1545 kg; Wendekreis: 11,8 Meter; Tankinhalt: 64 Liter.
Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 6,8, außerstädtisch 5,0, gesamt 5,7 Liter.
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