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Land Rovers Autos waren sowieso nie etwas für Kleckerer und Schmalspur-Volierer. Da wunderts nicht, dass beim neuen Discovery in der dritten Auflage noch einmal ordentlich dazu geklotzt wurde (Radstand plus 35 cm). Wobei die Frontpartie mit dem mächtigen Maul la großer Bruder Range Rover beinahe jedem ein "wow!" entlockt. Hingegen sieht das fade Heck doch enttäuschend nach Fliesenleger-Lieferwagen aus.
Zumindest in der getesteten Topversion HSE gibt sich der langhaxige Engländer aber extrem edel und hochwertig mit Vollleder-Ausstattung, tollem Klangsystem, Klimaautomatik, Einparkhilfe, Bi-Xenon-Scheinwerfern, Tempomat und Regensensor. Und ist dabei ab einem Preis von 45.800 Euro (Basisversion S) inkl. 6 Airbags sehr konkurrenzfähig in seinem Allrad-Terrain. Aufpreis für die gelungene 7-Sitzer-Version (inkl. zusätzl. Kopfairbags): ca. 1670 Euro.
Dass der Discovery ein echter Geländewagen und kein Großstadt-Indianer ist, zeigt das aufwändige, aber sehr übersichtliche Wählprogramm, das mit einem Dreh das Fahrwerk (mit Niveauregulierung) auf die unterschiedlichsten Untergründe einstellt.
Wunderbar funktioniert auch die Bergabfahrtskontrolle (HDC) für den immerhin 2,5 Tonnen schweren Mega-Bergfex auf Schnee und Eis, die Rutschpartien bergab via ABS unterbindet. Fehlt nur noch ein elektronischer Helfer, der einem das Wenden mit diesem Großmaul auf engen Feldwegen abnimmt...
Praxis im Land Rover Discovery 3 TD V6 HSE Automatik
Motor/Antrieb (Note 3)
Plus: Sehr laufruhiger und im Innenraum leiser Motor, dem man den Selbstzünder nur bei kräftigem Gasgeben anhört, stark genug um 2,5 Tonnen standesgemäß zu bewegen.
Minus: Als 6-Zylinder besonders in der Stadt üppige Verbrauchswerte.
Komfort (Note 1)
Plus: Langstreckentaugliche Sitze mit etwas wenig Seitenhalt, hervorragende Soundanlage, reichlich gummibeschichtete Ablagen und viele Fächer (auch für CDs), jede Menge Getränkehalter, große Schminkspiegel.
Minus: Einstieg ist sehr hoch.
Fahrverhalten (Note 3)
Plus: Wenig Windgeräusche, souveränes und sicheres Fahrgefühl durch tolle Übersicht.
Minus: Lenkung indirekt, sensibles Nicken und Neigen der schweren Karosserie bei Lastwechseln stört, Automatik schaltet beim Überholen sehr langsam.
Platz/Variabilität (Note 1)
Plus: Viel Platz nach allen Seiten auch in der zweiten Reihe. Dritte Sitzreihe (optional) sehr gelungen, weil zur ebenen Ladefläche geteilt wegklappbar. Kofferraum sinkt von 1192 l auf 280 l.
Minus: Zustieg zur dritten Reihe ist nur was für Sportler und Kinder.
Messwerte (Note 2)
Topspeed: 180 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 11,7 Sekunden. Testverbrauch: 12,7 Liter auf 100 km. Preis: 59.722 Euro (inkl. aller Abgaben)
Daten ab Werk
Motor
Common-Rail-Diesel mit Turbolader, sechs Zylinder in V, 2720 ccm, 140 kW/190 PS bei 4000/min, 440 Nm bei 1900/min, vier Ventile pro Zylinder, Leichtmetall-Zylinderköpfe
Kraftübertragung
permanenter Allrad-Antrieb, Reduktionsgetriebe, 6-Stufen-Automatik.
Fahrgestell
selbsttragende Karosserie; vorne und hinten Doppelquerlenkerachse und Einzelradaufhängung, Kurvenstabilisator, Teleskopdämpfer; elektronisch geregelte Luftfederung mit Niveauregulierung.
Fahrwerk
Vierrad-Scheibenbremsen, ABS und dynamische Stabilitätskontrolle (DSC); Feststellbremse auf die Hinterräder, Zahnstangenlenkung mit Servo, Treibstofftank 88 Liter, Reifen 255/60 R 18, Felgen 7.5 J.
Abmessungen
Radstand 2885 mm, Länge 4835 mm, Breite 2009 mm, Höhe 1837 mm, 11,45 Meter Wendekreis.
Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 13,2, außerstädtisch 8,7, gesamt 10,4 Liter. Diesel.
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