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Die Winter im Kia-Land müssen anders verlaufen als bei uns in Europa. Sonst ist eigentlich nicht zu erklären, warum der Bordcomputer im neuen Kia Sportage den Fahrer piepsend und blinkend bei minus 4 Grad warnt. Andere Autos warnen bei knapp über Null vor Glatteis. Vielleicht ein Programmierfehler, aber wer kennt sich schon aus mit koreanischen Frostverhältnissen?
Unbeirrt davon leistet im größeren von zwei erhältlichen Dieselversionen des Sportage ein brandneues, in Österreich bei Magna entwickeltes Allradsystem (Dynamax) seinen Dienst. Es reagiert noch schneller auf veränderte Straßenverhältnisse und macht den Kompakt-SUV bei Eis und Schnee zu einem souveränen Begleiter.
Dieser neue Allrad und die betont sportliche Optik machen den wesentlichen Unterschied zwischen dem Sportage und seinem technischen Zwilling Hyundai iX35 aus. Außen schnittig, innen praktikabel und solide. Eigenschaften, die von der SUV-Kundschaft geschätzt werden. Einzig beim Glasschiebedach wäre noch einmal etwas nachzubessern: Bei höherer Geschwindigkeit säuselt es ordentlich von oben. Und wenn bei Autobahntempo auch noch Gegenwind bläst, wirkt die Konstruktion leider nicht ganz dicht. Aber das Extra um 1200 Euro ist ja auch kein Muss.
Ein weiterer kleiner Extra-Abstrich: Das Navi hat ein schlechtes Gedächtnis. Bei jedem neuen Fahrziel muss man erneut im Untermenü die Stimmansage abdrehen, wenn man seine Ruhe haben will.
Ansonsten gefällt der neue Sportage gut. Die Serienausstattung beinhaltet schon in der Basisversion Klimaanlage, Tempomat und CD-Radio mit iPod-Anschluss sowie Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Und in der getesteten Topversion gibt es neben Abbiegelicht, Licht- und Regensensor, Rückfahrkamera und Leder sogar eine separate Sitzheizung für frierende Fond-Passagiere.
Praxis im Kia Sportage 2.0 CRDi AWD Automatik
Motor/Antrieb (Note 2)
Plus: 304 Nm Drehmoment bieten dem immerhin 1700 Kilo schweren Auto reichlich Antrittsimpuls; das Automatikgetriebe schaltet flott und klaglos.
Minus: Bescheidenerer Praxisverbrauch (trotz 4x4) und bessere Lärmdämmung wären wünschenswert.
Komfort (Note 2)
Plus: Überkomplette Ausstattung in der Topversion; Rarität: Sitzheizung hinten; gute Verarbeitung; Frontsitze mit gutem Halt.
Minus: Hinten keine separate Lüftung; schlüsselloses System streikte beim Versperren recht oft, Abhilfe: Auto neu starten...
Fahrverhalten (Note 2)
Plus: Übersichtliches Cockpit; griffiges Lenkrad mit gutem Straßenkontakt; dank schlauem Allrad souveräne Straßenlage für einen SUV.
Minus: Fahrwerk wirkt ziemlich hart (wohl auch wegen der 18-Zoll-Reifen); seltsame Frostwarnanzeige.
Platz/Variabilität (Note 2)
Plus: Reichlich geräumige Ablagen (speziell in den Türen vorne und hinten); fast ebene Ladefläche bei umgeklappter (teilbarer) Rücksitzbank; viel Platz für Passagiere in der zweiten Reihe.
Minus: SUV-typisch hohe Ladekante.
Messwerte (Note 2)
Topspeed: 181 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 12,1 Sekunden. Testverbrauch: 9,7 Liter auf 100 km. Preis: 34.690 Euro; Test-Version mit den Extras Glas-Schiebedach und Navigationssystem: 37.090 Euro (inkl. aller Abgaben in Österreich)
Daten ab Werk
Motor
Vierzylinder in Reihe mit Turbolader und Ladeluftkühler, Hubraum 1995 ccm; max. Leistung 100 kW/136 PS bei 4000/min., max. Drehmoment 304 Nm bei 2000/min; Verdichtung 16,5:1; CO2: 179 g/km.
Kraftübertragung
permanenter Allradantrieb; 6-Stufen-Automatikgetriebe; Knüppelschaltung.
Fahrwerk und Karosserie
fünftüriges SUV; selbsttragende Karosserie mit Hilfsrahmen, vorne Federbeine, Dreiecksquerlenker, hinten Mehrlenkerachse, v. u. hi. Schraubenfedern, Kurvenstabilisator; ABS, ESP und Traktionskontrolle, v. u. hi. Scheibenbremsen, Handfeststellbremse auf die Hinterräder; Reifen 235/55 R 18.
Abmessungen und Gewicht
Länge/Breite/Höhe in mm: 4440/1855/1635; Eigengewicht: ab 1732 kg; Wendekreis: 10,6 Meter; Tankinhalt: 55 Liter.
Verbrauch
auf 100 km (laut Werk) städtisch/überland/gesamt: 8,7/5,8/6,9 Liter.
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