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Selten muss man als Fahrer eines Hyundai so viele Fragen beantworten (und so viele neugierige Blicke erdulden) wie mit dem Veloster. Nicht, dass Hyundai nicht mittlerweile generell ansprechende und ordentlich verarbeitete Autos bauen würde. Aber bisher war die Optik meist kein großer Aufreger. Dieses neue Coupé bietet aber - schon wegen seiner ungewöhnlichen Türanordnung - reichlich Gesprächsstoff.
Zunächst einmal zu den gewöhnlichen (Un-)Tugenden: Der Veloster ist ein wirklich schön und muskulös geratener Sportflitzer, dessen Design viel Fahrspaß verspricht, dieses Versprechen aber leider nur bedingt einlöst. Zum einen ist der 140-PS-Benziner erstaunlich bieder und unsexy bei Klang und Ansprechverhalten. Nur durch hohe Drehzahlen ist er wachzuküssen. Zum anderen ist die Hinterachs-Abstimmung für eine solche optische Sportskanone schwach: Versetzer in der Kurve bei jedem Kanaldeckel, dadurch keine Spur von sicherem, solidem Sportwagen-Lenkgefühl. Und wenn wir schon beim Bekritteln sind: Der Bereich um die Mittelkonsole heizt sich seltsamerweise auf (nix für Schokolade im Ablagefach...).
Ansonsten gibt es aber dickes Lob für den Veloster: Der Kofferraum ist für ein so gedrungenes Auto ziemlich üppig. Und weil die Heckscheiben-Ausnehmung weit nach vorn in den Dachbereich führt, ist der Kopfraum in der zweiten Reihe verblüffend gut, was unerwartet bequemes Mitreisen ermöglicht.
Zum Konzept der drei Zustiege: Auf der Fahrerseite befindet sich nur eine große Tür für bequemes Platznehmen. Fährt mehr als ein Passagier mit (z.B. hinten auch ein Kind mit Kindersitz), dann freut man sich über die zwei Türen auf der Beifahrerseite. Kein lästiges Gewurschtel mit vorzuklappendem Frontgestühl, kein Nachjustieren des Sitzes. Wird zu viert gereist, rutscht man am besten einfach von rechts über die Hinterbank durch. Denn leider hat man vor lauter Designeifer bei den Beifahrertüren den Zugang zur zweiten Reihe fahrerseitig extrem unattraktiv belassen: ein Abstrich für Lenker, die es gewohnt sind, ihre Tasche mit einem Handgriff hinter ihrem Sitz zu verstauen.
Der Veloster, ein gänzlich in Korea entworfenes und gebautes neues Modell, hat bestimmt in Europa seine Nische. Gerüchten zufolge ist auch ein (mehr als 200 PS starker) Diesel angedacht. Hoffentlich zeitgleich mit einem verbessertem Fahrwerk.
Praxis im Hyundai Veloster 1.6 GDI Sportplus
Motor/Antrieb (Note 3)
Plus: Für Benzin-Liebhaber alter Schule (ohne Turbo, hochdrehend zu fahren); in Verbindung mit Sechsgangschaltung recht genügsam im Verbrauch.
Minus: Wirkt und klingt leider wenig sportlich; kräftiger Gasfuß für Leistungsentfaltung nötig.
Komfort (Note 2)
Plus: Gute Sportsitze vorn; üppige Serienausstattung bis hin zu Bluetooth schon in der Basisversion.
Minus: Keine Haltegriffe innen für Mitfahrer; billig-filigrane Kofferraumabdeckung; Navi-Stimme nicht dauerhaft abschaltbar; zu viel der Warnpiepserei.
Fahrverhalten (Note 2,5)
Plus: Präzise Sechsganggetriebe; wenig Windgeräusche bei hohem Tempo; Fahrwerk eher komfortabel ausgelegt.
Minus: Hinterachse kann leider mit der sportlichen Optik nicht mithalten; es ist auch kein (optionales) Sportfahrwerk erhältlich.
Platz/Variabilität (Note 2)
Plus: Erstaunlich viel Platz und Sitzkomfort sogar in der zweiten Reihe (siehe Bericht); ausreichend Ablagen; Kofferraum fasst immerhin 320 Liter.
Minus: Zugriff auf die zweite Sitzreihe ist von der Fahrerseite her leider unnötig mühsam.
Messwerte (Note 2)
Topspeed: 201 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 9,7 Sekunden. Testverbrauch: 7,9 Liter auf 100 km. Preis: 26.490 Euro; Test-Version mit Extras Panorama-Glasschiebedach und Metallic-Lackierung: EUR 28.430,- (inkl. aller Abgaben in Österreich)
Daten ab Werk
Motor
Vierzylinder in Reihe, Hubraum 1591 ccm; max. Leistung 103 kW/140 PS bei 6300/min., max. Drehmoment 167 Nm ab 4850/min; Verdichtung 11:1; CO2: 148 g/km.
Kraftübertragung
auf die Vorderräder; 6-Gang-Schaltgetriebe.
Fahrwerk und Karosserie
viertüriges Coupé; selbsttragende Karosserie, vorne Federbeine, Querlenker, hinten Verbundlenkerachse, vorne und hinten Schraubenfedern, Kurvenstabilisator; ABS und ESP, vorne und hinten Scheibenbremsen, Handfeststellbremse auf die Hinterräder; Reifen 215/40 R 18; Felgen 7.5 J.
Abmessungen und Gewicht
Länge/Breite/Höhe in mm: 4220/1790/1400; Eigengewicht: ab 1236 kg; Wendekreis: 10,4 Meter; Tankinhalt: 50 Liter.
Verbrauch
auf 100 km (laut Werk) städtisch/überland/gesamt: 6,5/8,1/5,3 Liter; 91 Oktan.
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