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Während reine Elektro-Pkw bisher eher in Kleinwagen-Format auf den Markt kamen, las man die Bezeichnung "Hybrid" vorwiegend am Heck großer, schwerer Schlitten. In Relation bringt dort der Einsatz eines Elektromotors neben dem konventionellen Verbrennungsantrieb einfach mehr. Außerdem fallen die Mehrkosten für stärkere Batterien nicht so beim Gesamtpreis auf. Honda ist (neben Toyota) einer der Vorreiter beim "Hybridisieren" kleinerer Personenwagen. Nach dem keilförmigen Insight als Klassiker und dem sportlichen CR-Z folgt nun also der Jazz. In allen Dreien ist derselbe kleine E-Motor mit 14 PS verbaut, der den Antrieb als kostengünstigeren sogenannten "milden Hybrid" auslegt - im Gegensatz zu Toyotas teurerem Vollhybrid-Konzept.
Hatten wir bei unserem ersten Insight-Test vor zwei Jahren kritisiert, dass das von Honda beworbene rein elektrische Fahren auf der Straße gar nicht möglich ist, so ist dies im Jazz auf flachen Strecken nun in der Praxis machbar. Immer noch muss man dazu einen feinfühligen Gasfuß haben und zur Kontrolle aufs entsprechende Display schielen, aber es geht nicht mehr (laut einem Honda-Techniker) "um Zehntelmillimeter". Das liegt an der inzwischen verfeinerten Software (bei gleichbleibender Technik), aber auch schlicht daran, dass der kleine Jazz ein gutes Stück leichter ist.
Will man abschätzen, wie viel Spritersparnis die milde Hybridtechnik im Jazz im Vergleich zum reinen Benziner bringt, wird's schwierig. Der Hybrid-Jazz stellt bei roter Ampel den Motor ab, und er ist mit speziellen, besonders harten Leichtlaufreifen ausgestattet. Außerdem wird die Leistung der Klimaanlage und das Ansprechverhalten des Gaspedals gedrosselt, wenn man im spritsparenden Econ-Modus fährt. Maßnahmen, die eigentlich nicht nur Hybridlern zur Verfügung stehen müssen. Unser Praxis-Testverbrauch bei "normaler", nicht übermäßig streichelweicher Fahrweise ist mit 6,7 Liter (trotz Econ-Modus) jedenfalls nicht sensationell.
Auf jeden Fall überlegenswert für vorbildhafte Spritsparer: Der Hybrid-Jazz (mit 98 PS) kostet 10 Euro weniger als der nächstgrößere reine Benziner, der 100 PS auf die Straße bringt und laut Normtabelle knapp einen Liter mehr verbraucht.
Die Sonnenseite: Hondas Jazz ist ein ausgesprochen gelungener Kompakter, dessen Kofferraumkapazität dank schlauer Sitzmechanik immer wieder aufs Neue verwundert.
Die Schattenseite: Die stufenlose CVT-Automatik ist extrem laut, wenn man Leistung abrufen will. Auf Bergstraßen steigert sich das zum Dauerheulen inkl. "verbranntem" Geruch beim Test, als wir nach langer Bergsteigung auf dem Gipfelparkplatz ausstiegen.
Serie in der getesteten mittleren von drei Ausstattungen (Elegance) u. a.: ABS, ESP, sechs Airbags, Alarmanlage, Nebelscheinwerfer, Tempomat, Regen- und Lichtsensor, Klima mit kühlbahrem Handschuhfach, CD-Radio. Als Extra u. a.: Navi, Einparkhilfe, Bluetooth.
Praxis im Honda Jazz 1.3 Hybrid IMA Elegance
Motor/Antrieb (Note 3)
Plus: Verbesserte "Mild-Hybrid"-Software erlaubt im Jazz erstmals rein elektrisches Fahren.
Minus: Wir hatten uns mehr erwartet - bzw. weniger, was den Praxisverbrauch von 6,7 Liter betrifft; Motor bei hoher Drehzahl sehr laut.
Komfort (Note 2)
Plus: Grüne Instrumentenbeleuchtung zeigt Öko-Fahrweise an (sonst blau); guter Sitzkomfort vorne; großes Panorama-Glasdach.
Minus: Fast alle Verkleidungen aus Hartplastik; grobe Schweißnähte an den Türrahmen sichtbar.
Fahrverhalten (Note 2,5)
Plus: Entspanntes Fahren in der Stadt; Lenkradwippen fixieren die Übersetzung, sodass das CVT-Getriebe auch "schaltet".
Minus: "Kriegsgeheul" der CVT-Automatik bei längerer Beschleunigung oder am Berg lästig (Lärmdämmung!).
Platz/Variabilität (Note 1,5)
Plus: Große ebene Ladefläche durch Rücksitze, die sich beim Umlegen absenken; diese können auch hochgeklappt werden; Jazz ist Getränkehalter-Kaiser (wir zählten locker zehn)!
Minus: In der zweiten Sitzreihe gibt es praktisch keine Ablagen.
Messwerte (Note 2)
Topspeed: 175 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 12,1 Sekunden. Testverbrauch: 6,7 Liter auf 100 km. Preis: ab 20.990 Euro; Test-Version "Elegance" mit Metallic-Lackierung um 430 Euro; inkl. aller Abgaben in Österreich)
Daten ab Werk
Benzinmotor
Vierzylinder, 1339 ccm; max. Leistung 65 kW/88 PS bei 5800/min., max. Drehmoment 121 Nm bei 4500/min.
Elektromotor
max. Leistung (gesamt) 10 kW/14 PS bei 1500/min., max. Drehmoment 78 Nm bei 1000/min; NiMh-Akkus.
Leistung gesamt
72 kW/98 PS, max. Drehmoment 167 Nm; CO2: 104 g/km.
Kraftübertragung
auf die Vorderräder; stufenlose Automatik (CVT-Getriebe), wahlweise Lenkradwippen.
Fahrwerk und Karosserie
fünftüriger Kompakt-Pkw; selbsttragende Karosserie vorn Federbeine, Dreiecksquerlenker, hinten Verbundlenkerachse, v. u. hi. Schraubenfedern, Kurvenstabilisator; ABS und ESP; v. u. hi. Scheibenbremsen, Handfeststellbremse auf Hinterräder; Reifen 175/65 R 15; Felgen 5.5 J.
Abmessungen und Gewicht
Länge/Breite/Höhe in mm: 3900/1695/1525; Eigengewicht: ab 1234 kg; Wendekreis: 10,1 Meter; Tankinhalt: 40 Liter.
Verbrauch
auf 100 km (laut Werk) städtisch/überland/gesamt: 4,6/4,4/4,5 Liter.
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