|
Es gibt Neuwagen, die sich nahtlos ins Verkehrsbild einblenden und andere, wo sich so mancher beim Überholen einbremst, um einen neugierigen Blick zu riskieren. Hondas neuer Civic gehört zu letzteren. "Sehr sportlich, sehr futuristisch" ist in knappen Worten das Erscheinungsbild des sogar einen Hauch kürzer als sein Vorgänger geratenen "Zivilisten". Wo Design wichtiger war als Funktionalität zeigt der kleine Heckspoiler, der die Rückspiegelsicht ziemlich breit durchteilt. Funktion groß geschrieben hat man dafür bei der Rückbank und dem Kofferraum, die bei Flexibilität und Stauraum keine Wünsche offen lassen. Einzig die Federn der schweren Heckklappe dürften werksseitig zu schwach geraten sein, werden aber kostenlos ausgetauscht.
Kleinigkeiten in der Kritik: Der Heckklappen-Türöffner liegt so tief versteckt, dass man sich bei Schlechtwetter-Fahrten garantiert dreckig-nasse Finger holt. Und die raumschiffartig blau-schimmernden, teils digitalen Armaturen spiegeln sich bei Dunkelheit und voller Beleuchtung störend in der Windschutzscheibe wider. Ein Designschnitzer.
Lenkung und Fahrwerk sind hervorragend, letzteres eine Spur zu hart für Komfortfahrer. Diesel-Fans sehr zu empfehlen: Der 140-PS-Selbstzünder gehört zwar in der Praxis nicht zu den Sparsamsten seiner Art, sorgt aber für scharfe Ampelstarts und viel Fahrspaß.
Serienmäßig an Bord u. a.: 8 Airbags, ABS und Stabilitätsprogramm, Regensensor, Alarmanlage, Klima-Automatik, CD-Radio, Lederlenkrad, Tempomat, Alu-Sportpedale.
Als Extra unter anderem erhältlich: Xenonlicht und Navigation.
Praxis im Honda Civic
Motor/Antrieb (Note 2)
Plus: Sehr sportliches, durchzugsstarkes Diesel-Triebwerk, das wenig zu wünschen übrig lässt.
Minus: Tatsächlicher Sprit-Verbrauch ist vor allem in der Stadt (wo die 6 Gänge nicht ausgespielt werden können) hoch für ein modernes Selbstzünder-Aggregat.
Komfort (Note 2)
Plus: Hervorragende Sitze mit viel Seitenhalt und guter Kopffreiheit vorn, große Seitenspiegel, hohe Verarbeitungsqualität.
Minus: Türmechanik (vorne und hinten) ist hakelig beim Öffnen. Beinauflage bei hinteren Sitzen schwach. Fahrwerk ziemlich hart.
Fahrverhalten (Note 2)
Plus: Sportlich-straffes Fahrwerk, griffiges Lenkrad mit direkter Lenkung, die besonders bei hohem Tempo sehr angenehm ist. Knackige 6-Gang-Schaltung.
Minus: Blickbereich durch längs geteiltes Heckfenster vor allem auf Autobahnen unzureichend.
Platz/Variabilität (Note 1)
Plus: Für ein so sportliches Auto verblüffend variables asymmetrisch teilbares Rückbank-System mit fast ebener Ladefläche und Geheimfach. Stauraum auch unter Rückbank, vorn reichlich Ablagen und Staufächer.
Minus: Geringe Kopffreiheit hinten.
Messwerte (Note 2)
Topspeed: 205 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 8,6 Sekunden. Testverbrauch: 7,5 Liter auf 100 km. Preis (Civic 2.2i CTDi Sport): 23.880 Euro (inkl. aller Abgaben)
Daten ab Werk
Motor
Common-Rail-Diesel, Reihen-Vierzylinder mit Turbolader und Ladeluftkühler, 2204 ccm, 103 kW/140 PS bei 4000/min, 340 Nm bei 2000/min, vier Ventile pro Zylinder, zwei obenliegende Nockenwellen, Leichtmetall-Zylinderkopf und -Motorblock.
Kraftübertragung
auf die Vorderräder, 6-Gang-Schaltgetriebe
Fahrgestell
selbsttragende Karosserie mit vorderem Hilfsrahmen; vorne Federbeine und Dreiecksquerlenker; hinten Verbundlenkerachse, vorne und hinten Kurvenstabilisator, Schraubenfedern, Teleskopdämpfer.
Fahrwerk
Vierrad-Scheibenbremsen, ABS mit elektron. Bremskraftverteilung, ESP; Handbremse auf Hinterräder; Zahnstangenlenkung mit Servo, Treibstofftank 50 Liter, Reifen 225/45 R 17, Felgen 7 J.
Abmessungen und Gewichte
Radstand 2620 mm, Länge 4245 mm, Breite 1765 mm, Höhe 1460 mm, ab 1422 kg, 11,8 Meter Wendekreis.
Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 6,6, außerstädtisch 4,3, gesamt 5,1 Liter. Diesel.
|