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Bevor Ford in etwa zwei Jahren einen richtig neuen Mondeo präsentiert, wurde das bewährte Modell noch einmal aufgewertet. Etwas mehr Chrom hier, edleres Cockpit-Ambiente (mit Stimmungsbeleuchtung) da: insgesamt eine gut ausgereifte Frucht am üppig tragenden Mittelklasse-Baum.
Der Kombi heißt bei Ford Traveller und hebt damit auch gleich seine Kern-Eigenschaft hervor: Er ist der geborene Reisebegleiter für Familien, die nicht der grassierenden SUV- und Crossover-Sucht verfallen sind. Das Ladevolumen ist mehr als üppig, trotzdem kommen langbeinige Teenager in der zweiten Reihe nicht zu kurz.
In der getesteten, mit reichlich Extras und Zusatzpaketen (um insgesamt 12.000 Euro) ausgestatteten Version "Titanium" kommt sogar richtiges Luxusgefühl auf, wenn man auf der ledernen Hinterbank mit Kopfhörern während der Langstrecke Film-DVDs (auf zwei Monitoren in den vorderen Kopfstützen) abspielen kann.
Die Kritikliste ist sehr kurz und wenig abschreckend: Die allen aktuellen Fords eigene Menüführung und knopfreiche Lenkradbedienung des Bord-PCs ist gewöhnungsbedürftig (sechs Knöpfe allein für den Tempomat...), die Ladefläche ist bei umgeklappter Rückbank nicht eben. Und was wir erst für eine Antrittsschwäche des Turbomotors im unteren Drehzahlbereich hielten, stellte sich als "Nachdenkpause" zwischen Gaspedal und Antriebsstrang heraus.
Serienmäßig in der mittleren Ausstattung unter anderem: sieben Airbags, ABS, ESP und ASR, Nebelscheinwerfer, Tempomat, Klimaautomatik mit kühlbarem Handschuhfach. Beide (Sport-) Frontsitze sind beheizbar und mit einer verstellbaren Lendenwirbelstütze ausgestattet.
Als Extras sind unter anderem erhältlich: automatischer Abstandsregler und Fahrspur-Assistent, Niveau-Ausgleich bei voller Ladung (bis 715 kg) oder Anhängerlast für die Hinterachse, Rückfahrkamera und Parkpilot, Dachreling.
Praxis im Ford Mondeo Traveller 2.0 TDCi Titanium
Motor/Antrieb (Note 1,5)
Plus: Zweitkräftigster Turbodiesel im Mondeo-Sortiment; elastisch, laufruhig, gut abgestimmt mit präziser Sechsgangschaltung; dezenter Verbrauch für ein 1600-kg-Bröckerl.
Minus: Schub setzt beim Tritt aufs Gas mit leichter Verzögerung ein.
Komfort (Note 2)
Plus: Hochwertige Verarbeitung und Materialauswahl innen; langstreckentaugliche Sitze mit gutem Seitenhalt.
Minus: Das Navi-System und der Bord-PC (inkl. Lenkrad-Fernbedienung) könnten intuitiver in der Handhabung sein.
Fahrverhalten (Note 1)
Plus: Feine Fahrwerksabstimmung (Sportfahrwerk war ein Extra) zwischen straff/sportlich und komfortabel; auch auf der Rückbank reist es sich nicht zu hart; direkte Lenkung mit guter Straßenrückmeldung; gelungene Lärmdämmung auch bei hohem Tempo.
Platz/Variabilität (Note 2)
Plus: Bis zu 1740l Ladevolumen sind wirklich üppig; ausreichend Ablagen in beiden Reihen; gute Kopf- und Kniefreiheit hinten auch für Großgewachsene.
Minus: Die Ladekante ist zwar eben, die Ladefläche bei umgeklappter Rückbank aber leider nicht.
Messwerte (Note 1,5)
Topspeed: 215 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 9,1 Sekunden. Testverbrauch: 7,6 Liter auf 100 km. Preis: ab 34.300 Euro; Test-Version mit Extras wie Navi, Style- und Business-Paket, Sportfahrwerk, Metallic: EUR 46.328,-; inkl. aller Abgaben in Österreich)
Daten ab Werk
Motor
Vierzylinder-Turbodiesel mit Ladeluftkühler und Direkteinspritzung, Hubraum 1997 ccm; max. Leistung 120 kW/163 PS bei 4000/min., max. Drehmoment 340 Nm bei 2000/min; Verdichtung 17,9:1; CO2: 139 g/km.
Kraftübertragung
auf die Vorderräder; 6-Gang-Schaltgetriebe; Knüppelschaltung.
Fahrwerk und Karosserie
fünftüriger Mittelklassekombi; selbsttragende Karosserie mit Hilfsrahmen, vorne Federbeine, Dreiecksquerlenker, hinten Mehrlenkerachse, v. u. hi. Schraubenfedern, Kurvenstabilisator; ABS, ESP und Traktionskontrolle, v. u. hi. Scheibenbremsen, Handfeststellbremse auf die Hinterräder; Reifen 235/45 R 18; Felgen 8.0 J.
Abmessungen und Gewicht
Länge/Breite/Höhe in mm: 4837/1886/1512; Eigengewicht: ab 1592 kg; Wendekreis: 11,6 Meter; Tankinhalt: 70 Liter.
Verbrauch
auf 100 km (laut Werk) städtisch/überland/gesamt: 6,4/4,6/5,3 Liter.
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