Autotests im Pkwtest Online-Magazin

Testberichte von neuen und klassischen Pkws seit 1999

Autotest-Suche

TESTAUTO INDEX
- Alle Testautos

- Alfa Romeo
- Audi
- BMW
- Cadillac
- Chevrolet
- Chrysler
- Citroen
- Dacia
- Daewoo
- Daihatsu
- Dodge
- Fiat
- Ford
- Honda
- Hyundai
- Jaguar
- Jeep
- Kia
- KTM
- Landrover
- Lexus
- Mazda
- Mercedes
- Mini
- Mitsubishi
- Nissan
- Opel
- Peugeot
- Porsche
- Renault
- Saab
- Seat
- Skoda
- Smart
- Ssangyong
- Subaru
- Suzuki
- Toyota
- VW/Volkswagen
- Volvo

- Testauto-Weblog
- Editorial
- Surf-Tipps
- Startseite

Translation

Traduction


Fiat 500 1.4 16V Sport: Kleines Auto, großer Wurf!

"Süüüüß!" – Wie lange ist es her, dass ein Auto solche Emotionen ausgelöst hat? Okay, da war die Neuauflage des Mini Cooper, aber sonst? Der "Tschinkwetschento" ist endlich wieder da. Und bei dem Design sieht man gerne über ein paar Kleinigkeiten hinweg. Obwohl es ein paar Dinge gibt, die man vor dem Kauf wissen sollte...



Fiat 500 1.4 16V Sport Retro Front
Foto: T. Micke

Es gibt Autotester, die leicht zu begeistern sind. Der Schreiber dieser Zeilen zählt sich nicht dazu. Wenn er ehrlich sein soll ist er nicht einmal ein begeisterter Autofahrer, was ihn in gewisser Weise zum perfekten Autotester macht. Warum Sie sich, lieber "Testauto"-Leser, das anhören müssen? Weil der neue Fiat 500 auch bei näherer Betrachtung das erste Auto ist, das der Autor dieser Zeilen so aufregend findet wie seinen geliebten (verstorbenen) 56er-Ovali-Käfer.

Fiat 500 1.4 16V Sport Retro Cockpit
Foto: T. Micke

Man hat ihn eh schon überall gesehen, den Kleinen. Und man sagt sich beim Zeitschriftenblättern beim Friseur: Schau ihn Dir mal in Realität an. Diese Hochglanz-Magazine täuschen. Dann reden wir weiter. Wir reden weiter. Und ich muss ehrlich sagen, dass der neue Fiat 500 "Tschinkwetschento" (klingt wie ein russischer General aus dem kalten Krieg) designmäßig absolut so gut gelungen ist, wie es in den Ankündigungen versprochen wurde. Auch von Innen. Die gute Laune, die auf den Fahrer übergreift, sobald er sich diesem Auto nähert setzt sich fort, wenn er am Lenkrad sitzt. Das Armaturenbrett mit seiner Optik nach Blech in Außenfarbe ist großartig, und auch das Multifunktions-High-Tech-Retro-Instrument mit Drehzahlmesser und Tacho schafft elegant die Kurve von den 60ern nach 2007.

Und erst die Knöpfe in der Mittelkonsole unter dem Radio! Ein Gustostückerl.

So. Jetzt kommen wir zu jenen Punkten, die man in Kauf nehmen muss, wenn man ein Stück Zeitgeschichte, einen automobilen Designer-Geniestreich wie diesen fahren will (was aber mir und ganz vielen anderen potentiellen Käufern egal sein wird).

Fiat 500 1.4 16V Sport Retro Rücksitze
Foto: T. Micke

Die Lautstärke, die der absolut brustschwache 100-PS-Motor entwickelt ist der größte Schwachpunkt. Besonders dann, wenn man sich des alten Lehrbuchs besinnt, wonach ein Benziner erst bei hoher Drehzahl gut beschleunigt (was generell einfach nicht stimmt) hat man keine Freude mit dem Lärmmacher. Meine Vermutung ist, dass wohl der 75-PS-Diesel die beste Wahl für dieses Auto sein dürfte. Erstens ist Fiat bekannt für seine feinen Diesel-Motoren, zweitens dürfte der 1.3 JTD mit Dieselpartikelfilter deutlich weniger verbrauchen als die teilweise mehr als 10 Liter in der Stadt, die der 100-PSler schlürfte. Zweitens geht der Motor von unten besser, was das hochdrehen in lärmende Gefilde von vornherein reduziert. Und Drittens passt das Dieseltuckern eh viel besser zum Retro-Stil des 500ers.

Fiat 500 1.4 16V Sport Retro Mobile Windows USB-Hub
Foto: T. Micke

Außerdem: Wer in diesem Auto zur Handbremse greift wird jedes zweite Mal stattdessen den monströs großn Griff für die Fahrersitzhöhenverstellung in der Hand haben. Wenn Sie bei der Voicecontrol des Bordcomputers "Lotus" statt "Bluetooth" verstehen müssen Sie deswegen nicht zum Ohrenarzt. Die Kunst-Stimme ist einfach nur schlecht und lispelt (wie auch immer das geht). Und das filigran-billige Plastik-Facherle vorn in Kniehöhe auf der Beifahrerseite wirkt wie der halbgeglückte Versuch, doch so etwas wie einen Cupholder in der Stilikone unterzubringen. Apropos Beifahrer: Dass dieser Sitz nicht serienmäßig höhenverstellbar ist, ist traurig.

Enttäuscht ob der vielen Kritik? Das sollten Sie nicht sein. Der neue Fiat 500 ist großartig. Und es ist eine Blödheit von Motorjournalisten so zu tun, als müsste ein modernes Auto mit (zum Glück) sehr zielgerichteten Zweck trotzdem alles können.

Unser Fazit: Wer sich durch diese negative "Charakterzüge" vom Kauf abhalten lässt, der ist noch nicht reif für eine Beziehung – mit dem neuen Fiat 500.

Ausstattung: Neben so skurillen Extras wie Rennstreifen, Rennnummer (!) und Luxus-Gadgets wie Navi, Leder, Einparkhilfe, Klimaautomatik gehört leider auch so wichtiges wie ESP zum Extra-Angebot. Serienmäßig sind dafür 7 Airbags, ist der Tempomat, das CD-Radio, Klimaanlage elektrische Fensterheber.


Fiat 500 1.4 16V Sport Retro Knopf
Foto: T. Micke
Praxis im Fiat 500 1.4 16V Sport

Motor/Antrieb (Note 3)
Plus: Man ist mit diesem Antrieb sicher nicht untermotorisiert.
Minus: Wir raten dennoch von dieser Motorisierung ab. 100 PS fühlen sich anders an und auch das Argument, man müsse ja bei einem Benziner die Drehzahl ausnützen zieht nicht, weil der Kleine bei 4500/min (wo es dann losgeht) schon ohrenbetäubend schreit.

Komfort (Note 2)
Plus: Eigentlich ist alles da, was man braucht: inkl. beleuchtete Schminkspiegel, Lenkradfernbedienung, sogar eine (furchtbar lispelnde) Computerstimme für Voice-Control.
Minus: Das Auto ist auch wegen des kurzen Radstands ziemlich hart und "schaukelig"; die Sitze könnten wirklich besser sein.

Fahrverhalten (Note 2)
Plus: Das Lenkrad liegt wirklich super in der Hand; die Abstimmung ist recht neutral.
Minus: Die Sechsgang-Schaltung ist in der Handhabung nicht berauschend: etwas langer Schaltweg, ein wenig hakelig; der Wenderadius ist (wg. der 6-Gang-Schaltung) deutlich zu groß für so ein Miniauto (bei den anderen Versionen nur 9,2 Meter); und auf Langstrecken wirds in dem Kleinen naturgemäß anstrengend.

Fiat 500 1.4 16V Sport Retro Heck
Foto: T. Micke


Platz/Variabilität (Note 1)
Plus: Die Kofferraum-Klappe geht super-weit auf, also kein Kopf anhauen; Rücksitzbank ist geteilt 50:50 umklappbar (allerdings nicht eben). Mit offenem Schiebedach können auch ganz Große mit diesem Auto fahren...;-)
Minus: Was soll man sagen: Ein Kleines Auto hat eben wenig Platz; in der zweiten Reihe muss man als Erwachsener den Kopf einziehen; der Kofferraum ist naturgemäß winzig mit seinen 185 Liter Volumen.

Messwerte (Note 2)
Topspeed: 182 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 10,5 Sekunden. Testverbrauch: 8,3 Liter auf 100 km. Preis: ab 15.000 Euro; Test-Version mit Extras : 15.750 Euro (inkl. aller Abgaben in Österreich)

Daten ab Werk

Motor
Vier Zylinder in Reihe, vier Ventile pro Zylinder; Hubraum 1368 ccm; max. Leistung 73,5 kW/100 PS bei 6000/min., max. Drehmoment 131 Nm bei 4250/min; Verdichtung 10,8:1

Kraftübertragung
auf die Vorderräder; 6-Gang-Schaltgetriebe.

Fahrwerk und Karosserie
selbst tragende Karosseriemit Hilfsrahmen; vorn Federbeine, Dreiecksquerlenker, vorn und hinten Kurvenstabilisator, Schraubenfedern; Vierrad-Scheibenbremsen, ABS mit EBD, Handbremse auf die Hinterräder; Reifen 185/55 R 15; Länge/Breite/Höhe in mm: 3550/1650/1490; Eigengewicht: ab 900 kg; Wendekreis: 10,6 Meter; Tankinhalt: 35 Liter.

Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 8,2, außerstädtisch 5,2, gesamt 6,3 Liter. 91 Oktan.

< Zurück zu Alle Testautos

© Ein Testbericht von Pkwtest Online-Magazin (11-11-07) – Feedback und Anfragen bitte an tubbs(at)pkwtest.com