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"Eine Limousine von beeindruckender Männlichkeit...", verkündet protzig der Prospekt des Dodge Avenger. Und es scheint fast so, als hätte man nur auf diesen Charakterzug tatsächlich Wert gelegt. Das Innendesign wirkt unmodern und aus verschiedenen Modellen zusammengestückelt. So, als hätte man in den letzten Jahren nichts gelernt, ist auch das Kofferraumkonzept: Hohe Ladekante, und mangels Außengriff macht man sich beim Öffnen die Finger schmutzig. Auch innen gibt es weder Griff noch Gurt zum Zuziehen des Deckels. Nur unverkleidetes, scharfkantiges Metall überall, wo man zugreifen will. Leider auch vergebens erhofft man sich beim Umlegen der hinteren Sitzreihe (immerhin asymmetrisch geteilt) eine ebene Ladefläche.
Die Verarbeitung ist schlampig: Der fahrerseitige Fensterheber im Testauto knallte in die Verriegelung wie eine Guillotine, die hinteren schleiften dafür in der Führung. Und die Reifendruckanzeige hatte ein Eigenleben. Unangenehm war, dass sich im Cockpit kein Unterschied zwischen Tagfahrlicht und Abblendlicht erkennen ließ. Im Dunkeln half nur Stehenbleiben, Leselampe einschalten und nachsehen.
Die Innenbeleuchtung ist dafür neben dem feinen Soundsystem einer der wenigen Lichtblicke: Jeder Passagier hat sein eigenes Spotlight, das sich wie im Flugzeug in alle Richtungen verstellen lässt.
Der Diesel-Motor (mit Partikelfilter) des Avenger brummt stark, kommt aber mit den 1,5 Tonnen Eigengewicht sehr gut zurecht. Fazit: Ein Auto für Macho-Fans, denen die Exotik einer bei uns seltenen Ami-Limo über alles geht.
Die überkomplette Serienausstattung des getesteten CRD-Topmodells SXT Sport u.a.: sechs Airbags, ABS, ESP, TCS, Alarmanlage, Klimaanlage, beheizbare Ledersitze, Tempomat, CD-Wechsler-Radio.
Als Extra: Metallic-Lack, Schiebedach und Navigation.
Praxis im Dodge Avenger CRD SXT Sport
Motor/Antrieb (Note 3,5)
Plus: Durchzugsstarker Dieselmotor mit Sechsgang-Schaltung
Minus: Das Triebwerk (Pumpe/Düse-Aggregat von Volkswagen) ist im Avenger mangels ausreichender Lärmdämmung extrem laut.
Komfort (Note 3)
Plus: Sicherheitsgefühl durch massive Bauweise; sehr praktische Leseleuchten.
Minus: Sitze vorn selbst für "Schlanke" zu schmal; Sitzflächen rutschig; Kofferraum ohne Griffe; Bordcomputer wirkt "dazugebastelt".
Fahrverhalten (Note 3)
Plus: Neutrales, eher auf Komfort ausgerichtetes Fahrwerk; direkte Lenkung.
Minus: Serienmäßige Traktionskontrolle setzt - für das starke Drehmoment - zu spät ein; völlig unübersichtliche Karosserie (C-Säule!)
Platz/Variabilität (Note 3)
Plus: Ausreichend Ablagen vorn und hinten; gute Beinfreiheit im Fond.
Minus: Trotz wuchtiger Optik innen nicht überragend viel Platz zu den Seiten hin; Ladekante hoch; Kofferraumdeckel öffnet schwer.
Messwerte (Note 3)
Topspeed: 203 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 11,8 Sekunden. Testverbrauch: 8,9 Liter auf 100 km. Preis: 32.290 Euro; Test-Version mit Extras: 33.780 Euro (inkl. aller Abgaben in Österreich)
Daten ab Werk
Motor
Vierzylinder-Diesel mit Direkteinspritzung (Pumpe/Düse), Turbolader und Intercooler; Hubraum 1968 ccm; max. Leistung 103 kW/150 PS bei 4000/min., max. Drehmoment 310 Nm bei 1750/min.; Verdichtung 18,5:1.
Kraftübertragung
Vorderradantrieb; Sechsgang-Schaltgetriebe; Knüppelschaltung.
Fahrwerk und Karosserie
Limousine mit vier Türen; selbsttragende Karosserie mit Hilfsrahmen; vorne Federbeine und Dreiecksquerlenker, hinten Mehrlenkerachse, Schraubenfedern, Kurvenstablisator; vorn und hinten Scheibenbremsen; ABS, Handfeststellbremse auf die Hinterräder; Reifen 215/55 R 18, Felgen 7J.
Abmessungen und Gewicht
Länge/Breite/Höhe in mm: 4850/1843/1497; Eigengewicht: ab 1560 kg; Wendekreis: 11,1 Meter; Tankinhalt: 64 Liter.
Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 8,2, außerstädtisch 5,1, gesamt 6,2 Liter.
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