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Daihatsu YRV: Microvan-Schaf im Wolfspelz

Der YRV will ein "jugendliches Auto für die Freizeit" sein.



Daihatsu YRV Microvan Front
Foto: Daihatsu

Der Daihatsu YRV ist, abgesehen von seinem bescheidenen Kürzel-Namen (YRV steht sinngemäß für "jugendliches Freizeitauto") eigentlich ein ziemlicher Aufschneider: hat die Optik eines Großen, ist aber keiner. Schaut von vorn aus, als ob er gleich zubisse, ist aber ein Braver, macht motormäßig Lärm wie die Rennversion mit Sportauspuff, klingt aber nur so.

Was allerdings seine Beliebtheit betrifft, hat er vermutlich nur echte Freunde und echte Feinde.

Daihatsu YRV Microvan Heck
Foto: Daihatsu

Die Feinde sagen: ein Auto, das in keine Schublade passt. Außerdem ist das Innendesign altväterisch, die Mittelarmlehne geht immer von allein auf, und bei der Fernbedienung weiß man nie, wo man draufdrücken soll.

Die Freunde sagen: Ein City-Flitzer für Individualisten. Das Design ist "Retro-Stil" und damit "in", endlich mal wieder ein Kleinwagen, der ohne Übermotorisierung auskommt, und die tolle Kopffreiheit kennt man höchstens noch vom alten VW-Käfer.

Nüchtern betrachtet: ein wirklich praktisches Auto mit ein paar Schwächen, aber aufs Wesentliche beschränkt, mit einem vielleicht etwas hoch angesetzten Preis.

Als Extra-Ausstattung zu haben: Klimaanlage (925 Euro) und Metallic-Lackierung (295 Euro).


Daihatsu YRV Microvan Cockpit
Foto: Daihatsu
Praxis im Daihatsu YRV

Motor/Antrieb (Note 2)
Plus: Bei einem Leichtgewicht von 901 Kilo sind auch 58 PS (die schwächste Motorisierung) ziemlich spritzig.
Minus: Der kleine Dreizylinder ist bei höherer Drehzal und beim Gasgeben störend laut. Telefonieren im Auto ist schwierig.

Komfort (Note 3)
Plus: Fensterheber, Klimaanlage, ABS und zwei Airbags serienmäßig.
Minus: Innendesign erinnert etwas an 80er Jahre, Griffe und Knöpfe wirken billig, Kopfstützen nicht neigbar, Verarbeitungsschwächen an den Fenstern.

Fahrverhalten (Note 3)
Plus: Sehr enger Wenderadius (8,8 m), fünfter Gang ist für Fahrten auf der Autobahn angenehm lang übersetzt.
Minus: Fahrwerk ist insgesamt zu hart, wirkt bockig, Wagen wird unruhig bei höherem Tempo, Schaltung ist hakelig.

Platz/Variabilität (Note 2)
Plus: Als so genannter "Microvan" sieht der YRV größer aus, als er eigentlich ist, dennoch tolle Kopf- und Beinfreiheit im Fond.
Minus: In der ersten Reihe eher eng durch die breiten Armstützen in der Türverkleidung.

Messwerte (Note 3)
Topspeed: 150 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 15,4 Sekunden. Testverbrauch: 7,2 Liter auf 100 km. Preis: 11.490 Euro (inkl. 3-Jahres-Garantie)

Daten ab Werk

Motor
Benziner mit elektronischer Einspritzung; drei Zylinder in Reihe, 989 ccm, 43 kW/58 PS bei 6000/min, 88 Nm bei 3600/min

Karosserie
fünftüriger Microvan mit fünf Sitzen, Leergewicht 901 kg, effektive Zuladung 384 kg, zul. Gesamtgewicht 1360 kg, Dachgepäckträger maximal 50 kg, Anhängerlast ungebremst: max. 350 kg.

Kraftübertragung
auf die Vorderräder, Fünf-Gang-Schalt-Getriebe.

Fahrgestell
selbsttragende Karosserie; vorne Federbeine, Querlenker, Kurvenstabilisatoren; hinten Verbundlenkerachse; vorn und hinten Schraubenfedern, Teleskopdämpfer.

Fahrwerk
vorne Scheibenbremsen (belüftet), hinten Trommelbremsen, ABS mit EBV serienmäßig; Handbremse auf Hinterräder; Reifen 165/65 R14, Felgen 5J.

Abmessungen und Gewichte
Radstand 2355 mm, Länge 3765 mm, Breite 1620 mm, Höhe 1550 mm, ab 890 kg, maximal zulässig 1400 kg.

Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 6,9, außerstädtisch 4,9, gesamt 5,6 Liter. 91 Oktan.

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© Ein Testbericht von Pkwtest Online-Magazin (07-01-03) – Feedback und Anfragen bitte an tubbs(at)pkwtest.com