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Dacia Duster: Günstiger Abstauber

Mit Technik von Renault und Nissan könnte das preisgünstige SUV-Leichtgewicht aus Rumänien bei der Konkurrenz mächtig Staub aufwirbeln



Dacia Duster Offroad
Picture by T. Micke

Dacia. Das ist seit ein paar Jahren für Renault das, was Skoda für Volkswagen ist: Eine Billigmarke, die die etablierte (teilweise aber auch nicht mehr ganz taufrische) Technik des Stammhauses abstaubt und dadurch mit tollem Preis-Leistungsverhältnis massive Erfolge feiert. Nur, dass bei Skoda das angestrebte Preis- und Qualitätsniveau anders ist als jenes bei Dacia. Dacia setzt mit einer eigenen Nische wirklich ganz unten an. Seinerzeit, mit dem Start des Logan, in vielen Ländern sogar bei den Nicht-Autofahrern.

Gut vier Jahre auf diese eigenwillige Premiere folgt nun nach dem kompakten Sandero der SUV Duster, der einiges an Staub in diesem Segment aufwirbeln dürfte. Was ein bisschen wie eine neue Staubsaugermarke klingt, ist nämlich keinesfalls nur ein preisgünstiger Klon bereits vorhandener Konzepte.

Dacia Duster Cockpit
Picture by Dacia

Die auffälligste Besonderheit ist nicht beim Probesitzen zu entdecken, sondern beim Blick aufs Datenblatt. Der Duster wiegt nämlich als Einsteigerdiesel gerade einmal 1180 Kilo, in der Topmotorisierung mit Allrad keine 1300. Heutzutage ist das federleicht, vor allem, wenn man die überaus üppigen Platzverhältnisse (475 bis 1636 Liter Gepäckvolumen) in Betracht zieht. Das hat Auswirkungen auf alles mögliche: den Verbrauch, die zügige Beschleunigung des "kleinen" 85-PS-Diesels, das überaus ansprechende Handling im Gelände. Dazu kommt ein bei ersten Tests sehr robust und gut ausgewogen wirkendes (Renault-)Fahrwerk und ein billig, aber solide anmutender Innenraum. Um den Duster zum bekennenden Geländefreund zu machen hat man sich Technik vom Nissan Murano geholt. Ein schöner Trick: Ausschließlich die 4x4-Version hat fürs wirklich Grobe nicht nur ein eigens abgestimmtes ABS, sondern einen besonders kurzen ersten Gang, der eine kostspielige Geländeuntersetzung teilweise einspart.

Soviel zu den guten Eigenschaften. Denn das tolle Leergewicht wurde teilweise durch Einsparungen bei der Sicherheit erreicht. Serienmäßig in der Basisversion sind nur zwei Airbags. Und beim N-CAP-Crashtest dürfte der Duster lediglich drei Sterne von fünf erreichen - kein Ruhmesblatt für die sonst auf höchste Sicherheit pochenden Renault-Paten.

Etwas unkonventionell (wie auch schon beim Logan) ist die Preisgestaltung der drei Ausstattungsvarianten. Das spartanische Basismodell (Benziner um 12.230 Euro) lässt sich um keine Extras (wie etwa höhenverstellbares Lenkrad, Nebelscheinwerfer oder Klimaanlage) erweitern. Und wenn man ESP an Bord haben möchte, dann gibt es dies ausschließlich als Extra (um 378 Euro) beim 110-PS-Diesel und auch nur, wenn man das Lederlenkrad (um 140 Euro) ebenfalls dazu nimmt.

Pfeift man gänzlich auf die optischen Preisgestaltungstricks und kauft im Top-Diesel einfach alles, was der Duster auf der Extrasliste anbietet, kommt man immer noch recht wohlfeil auf etwas mehr als 19.000 Euro. Die Allradversion kostet dann noch einmal um 1900 Euro mehr.


Dacia Duster Heck
Picture by T. Micke
Die Motoren
BENZINER: 1.6 16V 105: Vier Zylinder in Reihe, 1598 ccm, 77 kW/105 PS bei 5750/min., 148 Nm bei 3750/min., 0 - 100 km/h in 11,5 sec. (4x4: 12,8 sec.), 164 km/h, Verbrauch (städtisch/außerstädtisch/gesamt): 9,7/6,4/7,5 (4x4: 10,4/7,0/8,0) Liter, 95 Oktan.
DIESEL: dCi 85: Vier Zylinder in Reihe, Common Rail mit Turbolader und Ladeluftkühler, 1461 ccm, 63 kW/86 PS bei 3750/min., 200 Nm bei 1900/min., 0 - 100 km/h in 13,9 sec., 156 km/h, Verbrauch (städtisch/außerstädtisch/gesamt): 5,7/4,9/5,1 Liter.
dCi 110: Vier Zylinder in Reihe, Common Rail mit Turbolader und Ladeluftkühler, 1461 ccm, 79 kW107 PS bei 4000/min., 240 Nm bei 1750/min., 0 - 100 km/h in 11,8 sec. (4x4: 12,5 sec.), 171 km/h, Verbrauch (städtisch/außerstädtisch/gesamt): 6,4/4,9/5,3 (4x4: 6,5/5,3/5,6) Liter


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© Ein Testbericht von Pkwtest Online-Magazin (28-04-10) – Feedback und Anfragen bitte an tubbs(at)pkwtest.com