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Wenn ein Autohersteller beim Verbraucher mit einem seiner Produkte einen Nerv getroffen hat, lässt sich das am deutlichsten an den Reaktionen auf der Straße erkennen. Der Duster von Dacia ist so ein "Nerv-Treffer". Es sind nicht die Kinder, die sich die Nasen an der Scheibe plattdrücken, auch nicht Studenten, Frauen, Nadelstreifträger. Es sind Männer zwischen 40 und 60, ganz unauffällig gekleidet und mit kühnem Rechenstift-Blick, die den Kontakt zu Fahrer und Gefährt suchen.
Die tatsächliche Größe des Kofferraums wollen sie sehen (443 Liter bei Allrad) und ob sie einmal kurz vorne Platz nehmen dürften.
Bei der Frage nach dem Preis wird es dann jedes Mal interessant. Renaults Discont-Ableger Dacia eilt nämlich der Ruf voraus, dass seine Autos fast nichts kosten, dass quasi vielleicht noch etwas zurückbezahlt wird, wenn man nur die Grundausstattung wählt. Nein, der Duster ist nicht fast gratis. Er kostet in der (nur echten Spartanern zu empfehlenden) Grundversion mit Frontantrieb 11.990 Euro und mit allem, was die Extrasliste (inkl. 4 x 4) hergibt, rund 21.000 Euro. Das ist immer noch spektakulär günstig. Und man macht sich sofort auf die Suche nach den Einsparungen, die einen solchen Kampfpreis ermöglichen: Hupe nicht mit Lenkradnabe verkabelt, sondern im Blinkerkopf untergebracht. Keine separaten Blinklämpchen für links und rechts. Schminkspiegel nur beim Beifahrer und unbeleuchtet. Steinzeit-Druckknopf für Kofferraumdeckel. E-Fensterheber ohne Komfortfunktion und in Mittelkonsole untergebracht, nicht in Tür. Die Liste ist lang, aber keiner der Punkte ist so gravierend, dass der Käufer sich nicht leicht daran gewöhnte.
Schwer gewöhnungsbedürftig ist im Duster nur die Sechsgang-Schaltung. Um den SUV auch ohne Untersetzung möglichst geländegängig zu machen, wurden die ersten vier Getriebestufen extrem kurz übersetzt. Befindet sich dann ein naturgemäß eher kurzatmiger Diesel unter der Haube, ist man in der Stadt nur noch am Schalten. In der Praxis fährt man am besten gleich in der Zweiten an, kommt dann aber öfter durcheinander, weil auch die intuitive Zweite fürs Abbiegen beim Dacia eher die Dritte ist.
Ansonsten gefällt der rumänische "Abstauber" sehr gut. Das Fahrwerk ist ordentlich, Kofferraumvolumen und Sitzkomfort passen. Einzig, dass man nicht an mehr Ablagen gedacht hat, ist schade, und dass die gesamte Mittelkonsole irgendwie zu senkrecht steht.
Serie in der höchsten (von drei) Austattungen u. a.: vier Airbags, ABS, Nebelscheinwerfer, ISOFIX, Lenkrad und Fahrersitz höhenverstellbar, Klimaanlage, geteilt umklappbare Rückbank.
Als Extra u. a.: ESP mit ASR, elektrische Fensterheber hinten, Leder, CD-Radio mit Lenkradfernbedienung, Metallic-Lack. Leider nicht erhältlich: Tempomat, Klappschlüssel.
Praxis im Dacia Duster 110 dCi DPF 4x4 Laureate
Motor/Antrieb (Note 2)
Plus: Dieser Turbo-Selbstzünder befeuert unter anderem auch den Renault Megane: durchzugsstark, brav, sparsam und sehr unauffällig.
Minus: Dieselfahren fast wie in alten Zeiten: Auch an der Dämmung wurde ein bisschen gespart.
Komfort (Note 2)
Plus: Gemessen am Preis (und nur so) ist am Duster-Komfort wenig auszusetzen; Hupe schön laut.
Minus: Kofferraum-Druckknopf nix für zarte Daumen; Mittelkonsole zu senkrecht; das Hupknöpfchen ist im Kopf des Blinkerhebels schlecht platziert.
Fahrverhalten (Note 2)
Plus: Anfangs wirkt der Duster zu weich; in der Praxis auf Feldwegen ist er aber nur schwer aus der Ruhe zu bringen.
Minus: "Trick" mit superkurzem erstem Gang ist abseits steiler Wege lästig; vermutlich gewöhnt man sich aber auch daran.
Platz/Variabilität (Note 2)
Plus: Platzmäßig kann man den Duster mit empfindlich teureren Konkurrenz-SUVs vergleichen. Bei umgelegter Rückbank eröffnen sich bis zu 1604 Liter Ladevolumen.
Minus: Schade, dass es vorne so wenig ordentliche Ablagen gibt.
Messwerte (Note 1,5)
Topspeed: 168 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 12,5 Sekunden. Testverbrauch: 7,0 Liter auf 100 km. Preis für Test-Version "Laureate" 4 x 4 mit Extras wie ESP, CD-Radio und Metallic-Lack: 20.442 Euro (inkl. aller Abgaben in Österreich)
Daten ab Werk
Motor
Vierzylinder, Common-Rail-Diesel mit Turbolader und Ladeluftkühler, Hubraum 1461 ccm; maximale Leistung 81 kW/110 PS bei 4000/min., maximales Drehmoment 240 Nm ab 1750/min; Verdichtung 15,2:1; CO2: 145g/km.
Kraftübertragung
zuschaltbarer Allradantrieb; Sechsgang-Schaltgetriebe.
Fahrwerk und Karosserie
fünftüriges, geländetaugliches Kompakt-SUV; selbsttragende Karosserie mit Hilfsrahmen, vorne Federbeine, Dreiecksquerlenker, hinten Multilinkachse; vorne und hinten Schraubenfedern; ABS, vorne Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen; elektr. Handfeststellbremse auf die Hinterräder; Reifen 215/65 R 16, Felgen 6.5 J.
Abmessungen und Gewicht
Länge/Breite/Höhe in mm: 4315/1820/1630; Eigengewicht: ab 1369 kg; Wendekreis: 10,8 Meter; Tankinhalt: 50 Liter.
Verbrauch
auf 100 km (laut Werk) städtisch/überland/gesamt: 6,5/5,3/5,6 Liter.
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