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Citroen C3 Sensodrive Stop&Start: Scheintot bei Rot

Ein Motor, der sich an der roten Ampel von allein abwürgt und bei Grün wieder startet. Interessantes Konzept in zweifelhafter Praxisausführung.



Citroen C3 Sensodrive Stop&Start Front
Foto: Citroen

Ständig stirbt der Motor ab! Was bei anderen Autos als Defekt in der Werkstatt landen würde, gilt beim C3 Stop&Start als Tugend: Bremst der Fahrer und kommt vor Ampel oder Kreuzung zum Stillstand, stellt sich der Motor von allein ab. Klimaanlage und Radio werden in dieser Zeit von einer Zusatzbatterie unter dem Fahrersitz gespeist. Nimmt der Lenker den Fuß wieder von der Bremse, um aufs Gas zu steigen, ist der Motor wieder da. Und das tatsächlich so schnell und unauffällig, dass man es bei laufendem Radio oder rauschender Lüftung fast nicht mitbekommt. Die Idee dahinter, an der sich schon diverse andere Autohersteller (mit wechselndem Erfolg) versucht haben: Wenn der Motor nicht läuft, verbraucht er weder Sprit noch stößt er CO2 aus. Löblich, aber im Test-C3 mit dieser Motorisierung keine gute Idee.

Warum nimmt man für einen Sprit- und Geldspar-Stadtflitzer einen Motor, der Super-Benzin benötigt? Und wie kann es sein, dass der Verbrauch in der Praxis (mit hohem Autobahnanteil) deutlich über 8 Liter liegt, rekordverdächtig getoppt durch einen Praxis-Stadtverbrauch von mehr als 11 Liter, wo doch das System "Scheintot bei Rot" gerade hier den Durst bremsen sollte?

Citroen C3 Sensodrive Stop&Start Cockpit
Foto: Citroen

Leider konnte das Fahrzeug auch sonst nicht überzeugen: Die gangwechselnde SensoDrive-Automatik würgte beim (zu langsamen) Versuch, den Gang mitten auf der steilen Garagenrampe zu wechseln, mehrmals den Motor ab. Neben schlechter Verarbeitung und Passgenauigkeit an diversen Stellen, tauchten ständig irgendwelche Mängel auf: Von Testbeginn an bedrohliches Klappern im Motorraum, als ob sich etwas an der Radaufhängung gelockert hätte; ein elektrischer Fensterheber, der sich plötzlich nur noch zentimeterweise schließen ließ; eine wild piepsende ESP-Defektwarnung mitten auf der Autobahn, die nach der Tankstelle wieder verschwand. Und wenn bei Autobahntempo zusätzlich noch Gegenwind über das Dach fegt, öffnet sich ein Spalt zwischen geschlossenem Schiebedach und Gummidichtung durch den der Fahrtwind ins Innere dröhnt.

Wirklich billig ist der getestete C3 leider nicht einmal zum derzeitigen Aktionspreis (Stand 02-09) von 14.640 Euro in Österreich. Um das Geld bekommt man woanders mehr in besserer Qualität.

Serienmäßig: 4 Airbags, Nebelscheinwerfer, CD-Radio, Klimaanlage, Regensensor. Als Extra: Metallic-Lack (378 Euro), Schiebedach (757 Euro), ESP (505 Euro).


Citroen C3 Sensodrive Stop&Start Heck
Foto: Citroen
Praxis im Citroen C3 1.4 SensoDrive Stop&Start

Motor/Antrieb (Note 3)
Plus: Elastischer, durchzugsstarker Benziner.
Minus: Praxis-Verbrauch viel höher als Normangaben; lässt sich nicht mit Normalbenzin fahren (Kleinwagen mit min. 95 Oktan!); im C3 nicht gerade leise.

Komfort (Note 3)
Plus: Radiofernbedienung am Lenkrad; formschöne und praktische Luftdüsen.
Minus: Vordersitze mit schlechtem Seitenhalt; umständliche, hakelige Sitzhöhenverstellung; Schminkspiegel nicht beleuchtet.

Fahrverhalten (Note 4)
Minus: Unangenehme Versetzer bei jedem Kanaldeckel; schwammiges Fahrwerk; schwacher Wenderadius; sehr laut bei Autobahntempo; SensoDrive-Schaltung ist zu langsam und wirkt unausgereift.

Platz/Variabilität (Note 2)
Plus: Genügend Ablagen im Fond; in einem so kleinen Auto erstaunlich viel Platz für Erwachsene auch in zweiter Reihe (Kopfbereich).
Minus: Rückbank (geteilt) nicht (zugunsten des Kofferraums) verschiebbar.

Messwerte (Note 3)
Topspeed: 180 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 13,0 Sekunden. Testverbrauch: 8,1 Liter auf 100 km. Preis: ab 17.146 Euro (inkl. aller Abgaben in Österreich)

Daten ab Werk

Motor
Reihen-Vierzylinder mit vier Ventilen pro Zylinder; Hubraum 1360 ccm; max. Leistung 65 kW/88 PS bei 5250/min., max. Drehmoment 133 Nm bei 3250/min.; Verdichtung 11,2:1.

Kraftübertragung
Vorderradantrieb; automatisches 5-Gang-Schaltgetriebe SensoDrive.

Fahrwerk und Karosserie
Kompaktlimousine mit 5 Türen; selbst tragende Karosserie; vorne Federbeine mit Dreieicksquerlenker; hinten Verbundlenkerachse (Längslenker); vorn und hinten Kurvenstabilisator und Schraubenfedern; vorne Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen, ABS, Handbremse auf die Hinterräder; Reifen 185/60 R 15, Felgen 6.0 J.

Abmessungen und Gewicht

Länge/Breite/Höhe in mm: 3850/1670/1520; Eigengewicht: ab 1057 kg, Wendekreis: 10,1 Meter; Tankinhalt: 47 Liter.

Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 6,9, außerstädtisch 4,9, gesamt 5,7 Liter. 95 Oktan.

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© Ein Testbericht von Pkwtest Online-Magazin (22-07-07) – Feedback und Anfragen bitte an tubbs(at)pkwtest.com