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Chrysler Voyager: Großer Brummer

Ein amerikanischer "Mini"-Van made in Austria rauft mit europäischen Straßenverhältnissen.



Chrysler Voyager Front
Foto: T. Micke

Sieben Sitzplätze sieben Getränkehalter: Auch wenn Chryslers Voyager made in Austria ist, wird natürlich die US-Norm für Fastfood auf Rädern erfüllt. Dafür wird leider bei der Beatmung der Fondpassagiere gespart, die außer zwei vom Fahrer elektrisch zu bedienenden Kippfenstern ganz hinten keine individuelle Frischluftzufuhr haben, was bei einem so großen Brummer aber durchaus Sinn machen würde.

Offiziell rennt der Voyager unter Mini-Van: echter Ami-Humor, der erst bei Einparkversuchen in europäischen Städten so richtig zur Geltung kommt: Dafür gibts im Fond X-Large-Kopffreiheit, X-Large-Schiebetüren, X-Large-Ladevolumen und X-Large-Reisekomfort. Schade, dass man die Sitze in der zweiten Reihe bei so viel Platz nicht längs verschieben kann.

Gewöhnungsbedürftige Details aus Fahrersicht: Der überladene Multifunktionshebel für Blinker, Fernlicht, Wischer und Spritzdüsen und die im Radio versteckte Uhr.

Wünschenswert wäre außerdem eine Laderaumabteilung oder ein Gepäckfixiernetz, damit nicht Bierkisten, Einkaufstaschen und Koffer beim Bremsen durch den gesamten Innenraum schlittern können.

Chrysler Voyager Cockpit
Foto: T. Micke

Der Einsteiger-Voyager ist in Österreich ab 31.890 Euro erhältlich und bietet ausstattungsmäßig 4 Airbags, Radio-CD-Spieler und Klimaanlage. Das Testmodell New Business 2.8 CRD mit dem neuen Diesel-Aggregat ist ausschließlich mit Automatik-Getriebe erhältlich und u. a. mit Tempomat und Dach-Reling. Als Extra: dunkle Fondscheiben (502 Euro) und Einparksensor.

Übrigens: Wer keine Lust hat, sich beim Rein- und Rauswuchten der mächtigen Rückbank und der Fondsitze abzuplagen, sollte sich die neue Lang-Version "Grand Voyager" anschauen, bei der die hinteren Sitze zu einer ebenen Ladefläche versenkbar sein werden.


Chrysler Voyager Heck
Foto: T. Micke
Praxis im Chrysler Voyager CRD TD

Motor/Antrieb (Note 2)
Plus: Das neue 150-PS-Turbo-Diesel-Aggregat ist eine vernünftige Motorisierung für den Zwei-Tonner, mit der auch noch zügiges Überholen möglich ist.
Minus: Der Motor ist im Innenraum relativ laut. Knapp 15 Liter Testverbrauch in der Stadt.

Komfort (Note 3)
Plus: Langstreckentaugliche, gut verstellbare Sitze, die sich (besonders in der 2. Reihe) für ein Reise-Schläfchen eignen.
Minus: Keine Lüftungsdüsen im Fond (2. und 3. Reihe), Fenster in 2. Reihe nicht zu öffnen. Innendesign wirkt bieder und unmodern.

Fahrverhalten (Note 3)
Plus: Lenkung weich ausgelegt, Automatik-Getriebe ermöglicht sehr entspanntes Fahren.
Minus: Relativ weiches Fahrwerk (Blattfedern hinten), nichts für sportliche Fahrer oder schnelle Kurvenwechsel. Bremsen könnten besser ansprechen.

Platz/Variabilität (Note 3)
Plus: Viel Platz durch herausnehmbare Fondsitze und Rückbank (3. Reihe), Ladevolumen von 920 bis 4130 Liter.
Minus: Fondsitze und Rückbank (ca. 30 kg!) sehr massiv und schwer herauszunehmen. Verankerungsmechanismus nicht ideal.

Messwerte (Note 2)
Topspeed: 185 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 11,9 Sekunden. Testverbrauch: 11,1 Liter auf 100 km. Preis (Chrysler Voyager 2.8 CRD TD New Business): 36.390 Euro (in Österreich, inkl. aller Abgaben)

Daten ab Werk

Motor
Common-Rail-Diesel, Reihen-Vierzylinder mit Turbolader und Intercooler, 2776 ccm, 110 kW/150 PS bei 3800/min, 360 Nm bei 1800/min, vier Ventile pro Zylinder, zwei obenliegende Nockenwellen, Leichtmetall-Zylinderkopf.

Kraftübertragung
auf die Vorderräder, 4-Stufen-Automatik.

Fahrgestell
selbsttragende Karosserie; vorne Federbeine und Dreiecksquerlenker; hinten Starrachse, Blattfedern, Panhardstab, vorn und hinten Kurvenstabilisator und Teleskopdämpfer.

Fahrwerk
Vierrad-Scheibenbremsen, ABS und Antischlupfregelung (ASR); Fußfeststellbremse auf Hinterräder; Zahnstangenlenkung mit Servo, Treibstofftank 75,5 Liter, Reifen 215/65 R 16, Felgen 6.5 J.

Abmessungen und Gewichte
Radstand 2878 mm, Länge 4808 mm, Breite 1995 mm, Höhe 1803 mm, ab 1750 kg, maximal zulässig 2450 kg, 11,5 Meter Wendekreis.

Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 11,3, außerstädtisch 6,6, gesamt 8,4 Liter. Diesel.

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© Ein Testbericht von Pkwtest Online-Magazin (12-10-04) – Feedback und Anfragen bitte an tubbs(at)pkwtest.com