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34.500 Kilometer Dauertest im Chrysler Voyager: Da hat das Riesenbaby der Motorjournal-Redaktion einige Auslandsreisen hinter sich, die Stärken und Schwächen des in Österreich produzierten Amis ans Licht bringen: Zu allererst: Man bekommt ziemlich viel Auto um vergleichsweise relativ wenig Geld. So viel, dass man um das Eingesparte schon fast die Garagen-Einfahrt erweitern könnte. Denn überall passt der sogenannte Mini-Van für amerikanische Landhaus-Großgaragen bei uns leider nicht hinein.
So konnte er mit seinen 4,80 m Länge, 2 m Breite und eher Sänften-artigem Fahrwerk natürlich wenig Pluspunkte im städtischen Stoßverkehr gewinnen obwohl er zum Abholen von (bis zu sechs) jugendlichen Töchtern und Söhnen samt Nachbarskindern von Schule und Party perfekt ist.
Dafür macht der Voyager viel Freude auf Langstrecken: Ein Schläfchen auf den zurückgelegten Einzelsitzen der zweiten Reihe ist dank des gutmütigen Fahrwerks unterwegs kein Problem. Mit Lesen ist allerdings im Fond wegen fehlender Spotleuchten bei Dämmerung Schluss.
Zweischneidig: Das Sitzsystem in zweiter und dritter Reihe. Es ist zwar nix mit der bei modernen Großraum-Autos verbreiteten Möglichkeit, die Sitze und die Rückbank in der Ladefläche zu versenken und Sitze sowie Rückbank sind reichlich schwer. Dafür ist dann bei ausgeräumtem Fond die Ladehöhe auch für stehende Fahrräder geeignet. Wer lieber versenkbare Sitze hat, kann aber auch zum großen Bruder Grand Voyager greifen.
Getränkehalter und Ablagen sind vorn und hinten reichlich verteilt. Nur, dass in der zweiten Reihe keine Fenster zum Öffnen sind, ist bei Vollbesetzung ein Abstrich.
Gewöhnungsbedürftige Details aus Fahrersicht: Der überladene Multifunktionshebel für Blinker, Fernlicht, Wischer und Spritzdüsen und die im Radio versteckte Uhr.
Wünschenswert wäre außerdem eine Laderaumabteilung oder ein Gepäcknetz, damit nicht Bierkisten, Einkaufstaschen und Koffer beim Bremsen durch den Innenraum schlittern.
Auf den 34.500 Dauertest-Kilometern kam an Zusatzkosten lediglich ein neuer Reifen (253 Euro wegen eines Nagels) sowie das 20.000 Kilometer-Service (mit Austausch von Öl, Filtern und diversen Kontrollen um 317 Euro) ins Fahrtenbuch.
Der getestete Voyager 2.8 CRD New Business ist in Österreich (ausschließlich mit 4-Gang-Automatik) ab 36.570 Euro erhältlich und bietet vier Airbags, Dach-Reling, Tempomat, Radio-CD-Spieler und Klimaanlage. Gegen Aufpreis: getönte Scheiben im Fond (511 Euro), Metallic-Lackierung (370 Euro), Einparksensor (564 Euro), Navigation (1763 Euro).
Dauertest-Praxis im Chrysler Voyager 2.8 CRD TD SE New Business
Motor/Antrieb (Note 2)
Plus: Auch bei voller Beladung des Voyager (bis 2450 kg) sind die 150 PS des Turbodiesel eine angemessene Motorisierung.
Minus: Lärmdämmung im Inneraum könnte besser sein: Diesel-Nageln bei Kaltstart und Geräuschpegel bei hohem Tempo.
Komfort (Note 2)
Plus: Höhenverstellbare Sitzgurte auch im Fond. Gut verstellbare Einzelsitze im Fond ergeben erholsames Reisegefühl.
Minus: Individuelle Beleuchtung (zum Lesen) wäre hinten wünschenswert. Sitzbezüge und Armaturendesign nicht sehr zeitgemäß.
Fahrverhalten (Note 3)
Plus: Souveränes Fahrgefühl am Lenkrad durch hohe Sitzposition und Automatik, komfortbetontes Fahrwerk.
Minus: -Übersicht nach hinten eher eingeschränkt, Lenkung etwas indirekt, Fahrwerk nickt beim Bremsen, neigt sich in Kurven.
Platz/Variabilität (Note 2)
Plus: Reichlich Arm- und Kopffreiheit in Reihe 1 und 2. Große, allerdings ziemlich schwere Kofferraum-Klappe, Ladevolumen: 920 bis 4130 Liter.
Minus: Sitzsystem in Fond (Rückbank wiegt ca. 30 kg) umständlich zum Herausnehmen.
Messwerte (Note 2)
Topspeed: 182 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 12,0 Sekunden. Testverbrauch: 10,3 Liter auf 100 km. Preis (Voyager 2.8 CRD SE New Business): 37.451 Euro (in Österreich, inkl. aller Abgaben)
Daten ab Werk
Motor
Common-Rail-Diesel, Reihen-Vierzylinder mit Turbolader und Intercooler, 2776 ccm, 110 kW/150 PS bei 3800/min, 360 Nm bei 1800/min, vier Ventile pro Zylinder, zwei obenliegende Nockenwellen, Leichtmetall-Zylinderkopf.
Kraftübertragung
auf die Vorderräder, 4-Stufen-Automatik.
Fahrgestell
selbsttragende Karosserie; vorne Federbeine und Dreiecksquerlenker; hinten Starrachse, Blattfedern, Panhardstab, vorn und hinten Kurvenstabilisator und Teleskopdämpfer.
Fahrwerk
Vierrad-Scheibenbremsen, ABS und Antischlupfregelung (ASR); Fußfeststellbremse auf Hinterräder; Zahnstangenlenkung mit Servo, Treibstofftank 75,5 Liter, Reifen 215/65 R 16, Felgen 6.5 J.
Abmessungen und Gewichte
Radstand 2880 mm, Länge 4805 mm, Breite 1995 mm, Höhe 1800 mm, ab 1234 kg 11,5 Meter Wendekreis.
Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 11,3, außerstädtisch 6,6, gesamt 8,4 Liter. Diesel.
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