|
Wenn man in diesem Auto eine CD mit Country-Rock ins Radio schiebt, fehlen nur noch die endlosen Highways zum ultimativen Amerika-Gefühl. Ampeln sind wirklich nichts für den Crossfire. Zu weit muss man sich als Lenker vorbeugen, um grünes Licht über der Straße zu erspähen. Dafür hängt man mit 218 PS und Automatikgetriebe auch ungewollt jeden Herausforderer beim Start ab.
Für wirklich sportliches Fahren wäre wohl das alternative 6-Gang-Schaltgetriebe zu empfehlen, aber auch die manuelle Tipp-Funktion der eher gemütlichen Automatik gestattet am Berg Fahrspaß mit diesem inbrünstig röhrenden Sechs-Ender-Hirsch unter der Motorhaube.
Dem tollen Design (mit dem Crossfire fällt man überall auf) zum Opfer fällt leider die Übersichtlichkeit nach hinten. Und der sowieso schon sehr eingeschränkte Blick durch Rückspiegel und Heckscheibe wird noch einmal halbiert, wenn der Heckspoiler ab Tempo 100 von unten ins Bild hineinwächst.
Mehr Mühe hätte man sich mit der Instrumenten-Gestaltung geben können: Das Plastik-Silber der Mittelkonsole (speziell der Heizungsräder) wirkt billig und das Lenkrad liegt wegen eines unnötig steilen Rands nicht gut in der Hand.
Serienmäßig in der Ausstattung sind ABS, ESP und ASR, vier Airbags, Alarmanlage, Lederausstattung, beheizbare Sitze. Extra: Metallic-Lackierung.
Verblüffend ist, wieviel Gepäck man doch im Kofferraum des Zweisitzers unterbringt. Gibts für dieses Auto eigentlich einen stilvollen Skiträger? Dann auf nach Kitzbühel oder nach St. Moritz...
Praxis im Chrysler Crossfire
Motor/Antrieb (Note 1)
Plus: Motor stammt aus dem Mercedes SLK und lässt mit 310 Nm Drehmoment wenig Wünsche offen, laufruhig und leise, sportlich röhrender Sound setzt erst beim Beschleunigen ein.
Minus: Naturgemäß durstiges Sechszylinder-Aggregat.
Komfort (Note 2)
Plus: Mit dem Automatik-Getriebe lässt sich gemütlich flanieren, Sitze elektrisch (auch höhen-)verstellbar.
Minus: Sehr harte Abstimmung, Ein- und Aussteigen erfordert Sportlichkeit, Lenkradhebel gewöhnungsbedürftig angeordnet.
Fahrverhalten (Note 2)
Plus: Liegt auch in schnellen Kurven souverän, braucht aber bei rutschiger Straße als Heckantrieb trotz ESP aktive Fahrweise.
Minus: Lenkung könnte direkter sein, Fingerspitzengefühl beim Anfahren auf Schnee nötig, Windgeräusche bei hohem Tempo.
Platz/Variabilität (Note 3)
Plus: Kofferraum (215 Liter) fasst problemlos Reisegepäck für Zwei, die Mittelkonsole ist breit genug für Musik-CDs.
Minus: Wenig und kleine Ablagemöglichkeiten. Abdeckung für den Kofferraum eines so auffälligen Autos sollte serienmäßig sein (300 Euro).
Messwerte (Note 1)
Topspeed: 250 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 6,9 Sekunden. Testverbrauch: 11,8 Liter auf 100 km. Preis (Automatik-Version): 44.500 Euro (inkl. aller Abgaben)
Daten ab Werk
Motor
Sechs Zylinder in V 90 Grad, 3199 ccm, 160 kW/218 PS bei 5700/min, 310 Nm bei 3000/min, drei Ventile pro Zylinder, zwei obenliegende Nockenwellen, Leichtmetall-Motorblock und -Zylinderköpfe, vierfach gelagerte Kurbelwelle.
Kraftübertragung
auf die Hinterräder, Fünf-Stufen-Automatik.
Fahrgestell
selbsttragende Karosserie mit Hilfsrahmen; vorne doppelte Dreiecksquerlenker, hinten Raumlenkerachse; Kurvenstabilisatoren; Schraubenfedern, vorn und hinten Teleskopdämpfer.
Fahrwerk
vorne und hinten Scheibenbremsen, ABS, ESP; Handbremse auf Hinterräder; Kugelumlauflenkung mit Servo, Treibstofftank 60 Liter, Reifen vorne 225/40 R18, hinten 225/35 R 19, Felgen vorne 7.5, hinten 9 J.
Abmessungen und Gewichte
Radstand 2400 mm, Länge 4060 mm, Breite 1750 mm, Höhe 1290 mm, ab 1390 kg, maximal zulässig 1650 kg, 11,5 Meter Wendekreis.
Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 16,0, außerstädtisch 11,0, gesamt 8,0 Liter. 95 Oktan.
|